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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 334 (sequence 8)
Language
German
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334 tigem Arm band es nun die zerknickten Volksgeister in einen widerlichen Ekklcktizismus, in eine unnatsirliche, widerbegriffliche, gewaltsame, in die politische Eiichcit zusammen und so mechanisch an einander gereiht, mußten sie sich vollends vernichten, indem sie vereinigt werden sollten. Denn der Basis beraubt, auf der ihr ganzes sittliches Leben geruht hatte und dadurch alles festen inncrn und äußern Halts entbehrend, sahen sie nur über sich die finstere ungeheuere Macht der furchtbaren Römer , eine Macht, vor der sie nur zittern und beben konnten. Rom hatte den Zweck seines Despotismus erreicht, es hatte die Völker des Erdballs vor seinem Namen zittern gemacht, mehr vermochte es nicht, eine allgemeine Angst, eine Weltvcrzweiflung war das Ergcbniß feiner Politik. Denn zum ersten Male einem gemeinsamen Schicksal erliegend, war es auch nur ein gemeinsamer Schmerz, der die Herzen der Völker bewegte, er aber war gerade die Geburtswehe des nahenden Welterlösers, in ihm lösten sich die enghcrzig-bornirten Nationaldifferenzen, schwand der politische Separatismus , hatte endlich der Mensch den Menschen gefunden: so konnte erst aus dem Schooße des gänzlich zertrümmerten, tief seine Ohnmacht fühlenden einscitigen Volksdcgriffs der große allgemeine Begriff der Liebe geboren werden. *) Wie lichter Sonnenstrahl aus dunkler Wolkenhöhe brach er nach und nach hervor und durchzog wie ein heiliger Andachtsschauer die Gemüther der Menschen, die die Angst des Irdischen, jener wirklich bloß in, das Endliche versunkenen Welt von sich werfend, in seinem Morgenroth sich badend, ahnungsvoll einer neuen Zeit cntgcgenblicken. **) Er war der schmerzgeborene, angstvoll' *) ״ Der freie Geist muß sich erfassen als den reinen Geist an und für sich; es soll nicht mehr bloß der freie Geist der Griechen, der Bürger dieses oder jenes Staats gelten, sondern der Mensch muß als Mensch frei gewußt werden und Gott ist der Gott aller Menschen/ der umfassende allgemeine Geist." Hegel- . **) Schon seit längerer Zeit war er zum Princip ganzer Philo-

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