Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 328

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Historische Betrachtungen
Date
1834-01-01
Page
Seite 328 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852114-2313003--09723-2313703
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

328 durch die ganze Weltgeschichte hindurchwinden, im fernsten Alterthume schon seinen Weg beginnend, sahen wir es dahersch.reitkn. durch alle den Wechsel dahinsterbendcr und wieder auflebender Zeiten, bis in die Gegenwart hinein, einen muthigcn, lebenskräftigen, nimmer ermüdenden Helden, immer ,mit der säuern Arbeit-des Geistes beladen den schweren Kampf zu bestehen mit dem harten Geschick, allen eindrin- .gendcn Stürmen zu trotzen, der rohen Gewalt einer bloß׳ materiellen Übermacht gegenüber sich zu erhalten und in dieser Selbsterhaltung seinen Sieg zu feiern. Hat dieses Bild nun in״ seiner ganzen Größe und .Erhabenheit sich lebendig vor unsre Seele gestellt , so werden wir uns auch bald zu der Frage veranlaßt sehen, ob denn die Geschichte so ganz umsonst solch' ein großartiges Epos dichte, oder ob sie es nur entwerfe, um den Helden desselben endlich einsam auf einem Siechbett sterben zu sehen. Denn sie in ihrer Totalität, als lebendig sich entwickelndes Allgemeines, vernichtet ja alle Existenzen, die, nachdem sie diesem ihren Tribut gezollt, also mit ihrem ganzen innern Wcserr schon in. dasselbe aufgegangen sind, noch äußerlich und einseitig in ihrem Organismus fortdauern wollen, sie stößt sitz von demselben aus, entzieht ihnen die allgemeine Lebensluft, läßt sie verdorren und verfaulen, lächerliche Gespenster rimhcrgchen inmitten der lebendigen Welt; sie können ihr gegenüber ihr schlechtes, unberechrigtes Dasein höchstens nur -noch eine Zeitlang durch künstliche Mittel, eigentlich nur durch das der äußern Gewalt bewahren und behaupten. ,Warum nun aber, fragen wir weiter, hat sie und nur sie gerade dieses, so alte Zuda immer so lebendig erhalten, . warum sie selber es getragen, das arme, zerstreute, waffenlose »Häuflein,, durch die Stürme aller Zeiten, warum nach einem fast zweitansendjährigen Kampfe es wieder'hineingestellt mittrn in die kampfbewegte Gegenwart, warum es überhaupt den langen, furchtbaren, blutigen Weg gehen lassen? Was .hat es aus diesem Wege denn vollbracht, oder vielmehr was

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.