Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Schreiben eines studirenden Israeliten an ...
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 5)
- Language
- German
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307 Stabilismus in wunderbaren Einklang bringen? ich soll den Orthodoxen, den Halbwissern und denen, welche nicht wissen, was sie eigentlich wollen, zu Gefallen, mich allen geselligen, bildenden und erheiternden Genüssen und Berührungen einsiedlerisch entziehen, und unbekümmert um die Erhebung Israels nichts wirken und nichts thun, um den lieben Fricden zu erhalten, —- um selbst mein Stückchen Brod in Ruhe zu genießen? ja, ich soll mein ganzes Leben lang daran studiren, ein Chamäleon zu werden? Nein, das kann ich nicht. Und wenn ich es.könnte, und wenn ich mich all den inneren und äußern Kämpfen prcisgeden wollte, wie dünne sind doch die Rabbiiiate gesäet, wie kärglich die Rabbincr-Besoldungen, wie viel Anstrengungen kostet es den Gemcinden, diese kärglichen Gehalte aufzubringcn bei der geringen'Zähl der Beitragenden, bei den anderweit drückenden Abgaben und Gemeindelasten, bei den ungünstigen Handelsconjuncturcn, bei dem Taufen, Wcgzichcn oder Verarmen der Contribuenten! Zuschüsse vom Staate sind ja, außer Würtembcrg und Bcrnburg, noch selten und unbedeutend. Und ist endlich nicht auch das noch ein abschreckender Ubelstand , daß in so vielen Ländern das Rabbinat von den Staatsbehörden fast gänzlich ignorirt, dessen Autorität keine Unterstützung gewährt und dadurch die fortgeschrittenen und gebildeten Rabbiner entmuthigt, das Zudenthum selbst in der Geringschätzung seiner geistlichen Vertreter vernichtet werden? — Rabbiner will und kann ich darum nicht wer-- den. Was soll ich nun aber denn ansangen? *) O erfreue baldigst mit Deinem Rathe Deinen *) Das ist allerdings eine wichtige, bedeutungsvolle Frage, deren Lösung leider st viele jüdische Eltern und wissenschaftlich gebildete Jünglinge in Deutschland sehr beunruhigt, welche den Waaren- oder Wechselhandel nicht lieben, oder nicht wählen wollen und können, auch keine Freunde einer Auswanderung nach Amerika u. s. w. sind. D. -H.