Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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296 denn wir sind überzeugt, daß dann jeder scheinbare Zwiespalt mit unserem Streben schwinden wird. Ich meine den religiösen Punkt, von dem, da wo es sich um Religions-Unterschied Handelt, vor Allem die Rede sein sollte und von dem doch in den Verhandlungen dieser Art — so seltsam haben sich die Vorstrllungen und die Verhältnisse verwirrt — meist am wenigsten die Rede ist. Und doch ist die religiöse Richtung eine die Gegenwart, zumal in Preußen, bezeichnende, die wir bei dieser Frage so wenig beseitigen können als wollen, und von der wir nichts verlangen, als daß sie eine aufrichtige, eine wahrhaft religiöse sei, um uns mit ihr zu verständigen. Wenn man uns von den Interessen des ״christlichen Staates" spricht, welche der Forderung der Gewissensfreiheit widersprechen sollen, so weisen wir diese Ansicht freilich zurück, weil in ihr die Einmischung unlauterer Elemente in das Religiöse bereits vollbracht ist, weil hier schon alle möglichen irdischen Interessen den Deckmantel des christlichen Charakters können angenommen haben, um unter dieser Hülle Druck und Verfolgung zu üben. Spricht man uns hingegen von den Forderungen der christlichen Religio n, so müssen und wollen wir diesem Standpunkte allerdings Rede stehsm Es ist hier nur eine gemeinschaftliche Grundlage nöthig, ohne die keine Verständigung möglich ist; das ist die Anerkennung, daß das Christenthum, wie das religiöse Leben überhaupt, im Geiste und im Gemüthe, in der freien Überzeugung, in der Wahrhaftigkeit und Gesinnungstreue wurzelt, und daß es einen äußerlichen, einen erzwungenen, einen lügnerischen Dienst verschmäht. Gebt uns das Eine zu und wir wollen unserem Streben bei der entschiedensten, bei der gläubigsten christlichen Gesinnung weit leichter Eingang verschaffen, als bei der frivolen, die gar nicht begreift, wofür wir streiten, und die schon deshalb unseren Bemühungen abgeneigt ist, weil sie uns für Thoren hält, daß wir ein Leben voll Kampf und Erttbehrung daran fetzen, um auf dem Wege des Rechts und der Ehre zu erobern, was auf anderem Wege so leicht zu gewinnen wäre. Wir rufen den wahrhaft Frommen zu: Unser Streben gilt einer