Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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293 nung kürzlich in einem Briefe an sie widerlegt und ihnen gezeigt, daß der Stein unächt und /eine Angabe falsch sei, und zwar aus dem ,Grunde, weil er die Jahreszahl, auf die cs ankomme, nach Erschaffung der Welt angebe, zu einer Zeit, wo die Juden sich dieser Zeitrechnung gar nicht bedient. Erhübe den Karalten nachgcwiesen, daß sie die Jahre Ursprunglich nach dem Auszug aus Ägypren, welche den Anfang ihrer eigentlichen politischen Geschichte bildet, gezahlt, und zwar etwa tausend Jahre hindurch beibehalten, daß sie aber dann, wie die Chaldäer, Syrer, Perser und überhaupt der ganze Orient, die Scleucidischc Rechnung angenommen, die sic dann wieder über tausend Zahre beibchalten, und daß erst gegen das Ende des Mittelalters , seit fünfhundert Jahren, die Rechnung nach Erschaffung der Welt aufgckommcn. Da die Juden so gut von Ncbukadnczars und Cyrus als von Alexanders und Napoleons Feldzügen, Leiden und Vorthcilc gehabt, so umfaßt der unter ihnen überlieferte historische Stoff einen eben so großen Zeitraum, wie bei keinem andern als dem hebräischen Volke, undda sie bei der Verbindung ihrer unter aller, Zonen und unter allen Völkern zerstrcuetcn Kolonien durch brieflichen und gastfreundlichen Verkehr gewisscrmaßcn allgegenwärtig auf dem Erdboden sind, so bcfindet man sich unter ihnen in einem so interessanten historischen Elemente, wie nicht leicht irgendwo irr Europa. Sie führten mich auf ihr Rathhaus, weiches jener Israelit hat bauen laffen, dessen Grabstein wir auf dem Kirchhofe gefunden. Wie die Kleinscite, die Neuurrd Altstadt in Prag ihre eigenen Bürgermeister, Räche und Rath- Häuser haben, so haben es auch die Juden. Es werden daselbst ihre alte Privilegien aufbewahrt, welche von allen Kaifern bei der Thronbesteigung bestätigt und unterschrieben worden. Sie bewahren sie wie einen großen kostbaren Schatz, und doch wird ihnen darin wohl keine andere Prärogative bewilligt sein, als was man einem Menschen und Staatsunterchan nicht erst verbriefen und versiegeln sollte. Auf