Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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291 in einigen mittelalterlichen deutschen Handelsstädten'findet. Zm Innern gleicht sie an altetthümlichem Staub , Schmutz und Finstemiß eine Katakombe. (Man ist nämlich dort von Alters her der Meinung, daß bei Reinigung dieses alterthümlichcn heiligen Innern Gefahr für die Lebenden u. s. w. entstehe. D. H.) — Am Gewölbe hängt eine Riesenfahne, die sich durch die ganze Synagoge hinzieht. Die Judenschast erhielt sie vom Kaiser Ferdinand HI. nach Beend igung des dreißigjährigen. Krieges wegen des Patriotismus und der Tapferkeit, welche sie bei der Belagerung der Stadt Prag durch׳ die Schweden im letzten Jahre dieses Krieges bewiesen hätte; eine Belagerung, bei welcher sämmtlichc Bürger Prags, auch die Studenten, sowie die Jesuiten und die Mönche aller Orden auf den Mauern und (bei den Ausfällen und Handstreichen sich so auszeichnet tapfer benahmen u. s. w. Der jetzige Prager Rabbiner Rappaport war früher in Tarnopol in Gallizien; aber der Ruf seiner Ge- Ichrsamkeit und Geistcslauterkeit erscholl weit umher und brachte ihn vor einigen Jahren auf seinen fetzigen Platz. Ich besuchte ihn und fand eine Menge von Schriftgelchrten bei ihm versammelt. — Die Rabbiner in Böhmen, Polen, Ungarn leben noch durchaus nach der Sitte orientalischer Weisen. Sie lasten ihr Licht auf ganz andere Weise leuchtcn, als unsere europäischen Stubengelehrten, die nur zu gewissen Stunden vom Katheder herab ihre Lehren vcrnehmen lasten, übrigens dem Belehrung suchenden Publikum fast unzugänglich sind. — Wie die Könige und Richter des Orients aus offenem Markte sitzen, stets bereit, rasch und einfach Jedem das Seine zuzucrkcnuen, so sitzen auch hier die jüdischen Weisen stets bei offenen Lhüren und so zu sagen wie Väter mitten in der Gemeinde, um allen Anfragen und Zweifel geistiger Natur zti beantworten und zu schlichten. Es gab und gicbt noch Länder, sagt man, wo die Dichter und Rapsoden das Volk auf den Gassen erfreuen, wo die klugen Männer überall, wo Lehre Roth thut, den