Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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289 altern unter ihnen pflückten sich die Unkrautblüthen vom Rande der Grabhügel und wanden sich Kränze daraus. Cs war eine Menge erftaunlicher blasser, magerer und hülfloser kleiner Würmer darunter, und das Gegenstück von ihnen fand ich im Siechenhause, eine Menge alter Männer und Fralien, die wieder ganz zu der Hülflosigkeit der Kindheit herabgesunken waren u. s. w. In diesem jüdischen Krankenhause zeigte man mir auch einen verwahrlosten, auf der Straße der Prager Iudenstadt aufgefangenen Knaben. Ich will über diesen merkwürdigen und mir unerklärlichen Fall nur einfach berichten, was ich selber sah, und was man mir Glaubwürdiges davon erzählte. Dieser Knabe war dem Anschein nach acht bis zwölf Jahre alt. Die Polizei hat ihn auf der Straße, wie gesagt, als ein wildes, unerzogenes, keine Sprache mächtiges Wesen entdeckt, aufgefangen und dem jüdischen Magistrat überliefert. Dieser hat ihn, ich weiß nicht wo, ein Jahr lang ernährt, und ihn dann dem Krankenhause übergeben, weil sich keine Angehörigen zum Knaben meldeten, und dieselben auch auf keine Weise von der Polizei ausfindig gemacht werden konnten. Man hat ihm einen-Namen gegeben und ihn Lebel Kremsier genannt. Wir fanden ihn in einer Ecke, zwischen einem Schrank und einer Ecke kauernd. ״Er ist wild und unbändig," sagte der Vorsteher, ״und trotz dem, daß ich ihm schon manche Tracht Schläge gegeben habe, springt er doch noch zuweilen wie eine Katze aus dem Fenster und verkriecht sich hinter den Gebüschen des Kirchhofs. Gern huscht er hinter den Katzen her und springt ihnen überall nach. Wo er kann, bringt er sie ums Leben. Er hat starke-Glieder und ein besonders starkes Gebiß." Der Vorsteher öffnete dem Knaben den Mund und zeigte uns seine Zähne.- ״Daher frißt er auch so viel, wie zwei Große. Wählerisch ist er nicht in den Speisen, und er schlingt hinunter, was er nur beißen kann. Zu Zeiten ist er besonders wild. Dann ist er gefährlich und kratzt und beißt. Bei mir wagte er es nicht. Er spricht