Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band fünftes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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.283 darauf nicht berücksichtigt ward, ist nicht ihre Schuld. Wie schwer es übrigens Familien fallt, sich, besonders wenn sie nicht sehr reich sind, aus ihren Ortsvsrhältnissen loszureißen und gar aufs Gerathewohl nach Landern auszuwandern, deren Sprache und Sitten sie nicht kennen, ist wohl leicht einzusehen. Viele junge Juden gehen aber noch jetzt, und nicht selten mit dem schmerzlichen Gefühle, daß sie, weil sie die Zurücksetzungen als Juden, nicht langer erwägen können, ihre Eltern, nächste Verwandten, und ihr Geburtsland verlassen müssen, nach Frankreich, Holland, Belgien und England, und besonders aus Baier» .gleichwohl ganze Familien nach Nordamerika.) * I. G. Kohl schreibt über die Iudenstadt zu Peag unter Andern! Folgendes: ״Die Iudengemeinde ln Prag rühmt sich eine der ältesten der österreichischen Monarchie und überhaupt ganz Deutschlands zu sein. — Was zunächst die Anzahl ihrer Mitglieder betrifft, so beträgt diese ungefähr 10,000 Individuen, d. h. zehnProcent der ganzen Bevölkerung der Stadt. Es waren also die slavischen und magyarischen Stämme," (sagt Kohl, ״nach einer ausgestellten Berechnung der in den verschiedenen österreichischen Staaten wohneitden Israeliten,) welche von jeher die Juden Vorzugsweise zulicßcn, während die deutschen und italienischen sie mehr verschmähten. Alis alle, reindeutschen Provinzen in Österreich kommen nur etwa 6000 Juden, auf alle reinitalicnschen nur 7000. Auf alle überwiegend slavischen und magyarischen aber über 620,000. Die Frage nach dem Altcr der Prager Iudengemeinde ist ein vielbesprochener Streit- Punkt; die Meinungsverschiedenheiten sind so groß, daß bei einigen Zeitpunkten, die dabei zur Sprache kommen, zwischen beit verschiedenen Annahmen die Differenz gerade tausend Jahre beträgt. Die Juden dort behaupten nämlich, daß sie seit undenklichen Zeiten, zum mindesten seit dem Jahre 632. nach der christlichen Zeitrechnung, in Prag wohnen. .Diese