Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band viertes Heft
- Article
- Ideen zu einer Geschichte des mosaisch-jüdischen Gesetzes
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 21)
- Language
- German
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fein noch heute als höchste Autorität im Gesetzlichen geltendes Schulchan Aruch gründete. Als eine Reproduktion des Maimonidischen Werkes hatte es dasselbe Schicksal; wenn auch im Ganzen als hohe Autorität betrachtet, blieb es Keinem benommen, auf die talmudischen Grundquellen zurückzugehen, und sich nach der Entwickelung des Gesetzes bis zu der Entscheidung Karo's runzuthun; ja es wurde diese Entwickelung — und mit Recht — als Haüptbedindung eines richtigen Verständnisses des Gesetzes betrachtet. Anstatt also in seinem Fortlauf durch die gewaltigen Bauten des Jad chasaka und Schulchan Aruch gehemmt zu werden, dehnte sich das Gesetz zu einem immer breitem Strome aus, der alle übrigen Studien in sich versechlang. Doch hatte dieses so gründliche und fleißige Studiren der Grundquellen nicht den Nutzen für die Gestaltung des Gesetzes, den inan hätte erwarten sollen. Vielmehr ist es eine charakteristische Erscheinung dieser Epoche, und besonders der letzten drei Jahrhunderte, daß, trotz der richtigen Erkennung der Grundquellen, die Bande des Gesetzes immer enger geschnürt, die Entscheidting immer nach der erschwerenden Seite hin gefällt wurde, wenn auch im Gegensatz zu ben Alten, so daß man dem bekannten Sprtich des R. Simon b. Gamliel, daß nicht das Studium, sondern die Praxis Hauptsache sei, in gewisser Beziehung zuwider handelte. Zugleich wurden kabbalistischem und anderm Aberglauben Thür und Thor geöffnet und das Siegel der Heiligkeit aufgedrückt, so daß das Gesetzcorpus heutigen Tages zu einer in ihrer Ganzheit von fast Keinem ausführbaren Masse angewachsen ist. Daß an dieser Richtung die Zeitumftände, der Druck von Außen, der Mangel an Wissenschaftlichkeit und philosophischer Bildrmg von Innen Schtild war, ist leicht einzusehen; aber eben so leicht auch zu begreifen, in welchen Widerstreit mit dem Zustand der heutigen Bildung diese Menge von Gesetzen und Vorschriften gereichen mußte. Wenn auch ein großer Theil derselben