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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft · p. Seite 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 198 (sequence 2)
Language
German
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198 che aus ihren schwarzen, feurigen Augen schimmert , zu einer eigenthümlichen Physiognomie , deren Dunkel sich dann und wann durch Witz und Laune blitzartig erhellt. — Der polnische Jude (solcher Art) ist nichts als das Produkt der Schlechtigkeit, welche die Welt an ihm verübt hat. Er ist in seinem ganzen schmählichen Aufzuge, in dem er dahinwankt, die Erfindung derer, welche ihn verspotten, und die in der Verworfenheit, die sie ihm aufgenöthigt haben, ihre eigene Selbstsucht und die ganze Tücke der modernen Gesellschaft geißeln. — Die jüdischen Frauen zeichnen sich da, wo die Juden in einem berechtigten und geordneten Gesellschastsverbande leben, durch eine strenge und unantastbare Sittlichkeit selbst vor den Christinnen aus. Bei allem Feuer ihres Temperamentes sind die Jüdinnen in der Regel kalt gegen jede Verführung, welche sie der Treue abwendig wachen möchte, und ein eigenthümlicher persönlicher Stolz, so wie der Geist der Familie, in dem sie' wurzeln, und der ihnen das Bewußtsein einer ethischen Würde giebt, halten diese Töchter des patriarchalischen Volks davon ab, so leicht in Unsütlichkeit zu versinken u. s. w. — Die Sprache der polnischen Juden ist vorzugsweise die deutsche, die sie, obwohl mit dem eigenthümlichen verderbten Dialekt, sehr geläufig reden. *) Man bemerkt aber nicht nur bei den Juden in diesem Lande, sondern überhaupt bei allen Juden, eine überwiegende Hinneigung zu dem germanischen Element, die oft in Erstaunen setzt. Trotz dem, daß die Juden von dem vorurtheilsvollen Wesen der Deutschen oft die größten Mißhandlungen und die geringsten Begünstigungen erfahren haben, ließen sie sich stets mit Vorliebe in Deutschland nieder und verschmolzen verwandtschaftlich mit dieser Nation, so weit das Judenthum immer verschmelzen kann." Dagegen schildert Kohl in seiner „Reift in Südrußland" (Leipzig u. Dresden, 1841. Arnold) die Vermögensumstande *) Die polnischen Juden sind meistentheils Nachkommen von denen, welche, aus Deutschland in den finstern Zeiten grausam vertrieben, in Polen sich ansässig machten, daher sie noch altdeutsch — vermischt mit polnischen und hebräischen Wörtern — sprechen. So sagen sie z. B. auch: der Vetter meiner statt mein Vetter, die Schnur statt Schwiegertochter, der Schwäher meiner u. s. w. Aber auch viele der gebildeten polnischen Juden, besonders in Gallizien, wo die kaiserliche Negierung schon vor beinahe W Jahren Schulen für sie errichtete, sprechen und schreiben sie sprachrichtig deutsch.

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