Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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191 so U, nimmt man noch mehr Antheil an den Anstrengungen, welche die Juden selbst gegen den neuen Gesetzentwurf machen. Die Akcidemle der Wissenschaften hat ein Zeichen gegeben, daß es an der Zeit fei, die Grenzpfähle der-Borurtheile einzmeißen und Trennungen auszuheben. Sie' hat nämlich zum ersten Male einen Juden zu ihrem Mitglieds der philosophischen Klasse ernannt. Alexander von Humboldt, als aufgeklärter Staatsmann eben so berühmt, wie als grov ßec Gelehrter, hat besondern Theil daran , wie überhaupt Herr von Humboldt sich mit Energie gegen ein beschrankendes Gesetz erklärt, an welches er übrigens nicht glauben will. Ein Brief des Herrn von Humboldt, in Abschriften verbreitet und an einen der ersten Räthe Sr. Majestät gerichtet, erklärt, daß er die Gerüchte für falsch aufgesaßt halte, daß aber, wenn sie dennoch wahr sein sollten, ein solches Gesetz gegen alle Staats ktugheit streitedaß es die ' böswilligsten Interpretationen der eigentlichen Motive zulaffe , und Rechte aufhebe, die ein menschlicheres Gesetz des Vaters bereits erwerben ließ, auch der Milde des jetzigen Königs ganz entgegen sei. Merkwürdig ist der Schluß dieses Schreibens, worin Herr von Humboldt sagt: „ Es ist gefahrvolle Anmaßung der schwachen Menschheit, die malten Gesetze Gottes auslegen zu wollen. Die Geschichte finsterer Jahrhunderte lehrt uns, zu welchen Abwegen solche Deutungen Muth geben. Die Besorgnis mir zu schaden, muß Sie nicht abhalten, von diesen Zeilen Gebrauch zu machen. Man muß vor Allem den Muth einer Meinung haben!" (Leipz. u. Magdeb. Zeit.) Ein neuerBescheid in dieser Sache an die HerrenJudenältesten in Berlin lautet wie nachstehend, und-veranlaßt uns, die vielen verschiedenen uns vorliegenden frühern Vorstellungen der preuß. jüdischen Gemeinden an Se. Maj. den König, welche übrigens den Bittstellern und den Juden überhaupt zur Ehre gereichen, und in welchen sie auch alle bitten, von der Militairpflicht nicht ausgeschlossen zu werden, nunmehr hier nicht mitzutheilen. „ Des Königs Majestät haben aus Ihrer an mich zur Bescheidung abgegebenen Immediateingabe vom 4. März 6. ersehen, zu welchen Besorgnissen die großentheils unrichtige Auffassung der dem königl. Staatsmmisterium zur nähern Erwägung gestellten, die Verhältnisse der Juden betreffenden Gesichtspunkte Veranlassung gegeben hat. Im allerhöchsten