Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 12)
- Language
- German
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174 nägoge, nämlich mit denMannspecsonen vermischt, die Gebete verrichten. D. H.) Kirchliche Funktionen werden ihnennie-- ' mals übertragen und der Spruch Mulier. taceat in ecclesia! ward von einem palästmaischen Rabbi früher als vom Apostel. Paulus vernommen, der Ausruf: „Gott Abraham's, Jsaak'S unb' Jakob's!" (Seite 14Z). (Diese Ausdrücke kommen wohl in den jüdischen Gebeten vor, in der Bedeutung: der einig« Gott, den Abraham, Isaak und Jakob als solchen erkannten; aber im gewöhnlicken Leben hört man diesen Ausruf unter den Juden nicht, D. H.), und Redeformeln, wie „Abrahams Schooß" (Seite 144)—(Diesen Ausruf kennt kein Jude. D.H.), „um Moses willen, was sagst Du?" hat der Verfasser schwerlich'einem Juden abgehorcht. (Solcher Ausruf kommt keinem Juden in den Sinn. Moses wird wohl in religiösen Gesprächen mit Ehrfurcht, aber doch nur mit dem einfachen Ausdrucke: „Mosche Rabenu" (unser Lehrer Mose —^ oder auch dabei: „Friede sei mit ihm,") bisweilen erwähnt, aber Niemand ruft ihn sonst etwa an. D.H.) Unmöglich dürfte ihm aber vor allem andern die Beweisführung werden, daß wenn eine Jüdin stirbt, neben ihr ein Brod hingelegt wird ( Hört! Hört!), jedoch kein Prügel, wie bei den Männern, um die Hunde in jener Welt zu verjagen, (Hört! Hört!) wie der jüdische (? „soll heißen: Herrn Nieritzen's") Aberglauben annimmt!!! Auch ist nicht das Gesicht der jüdischen Leiche nach Osten gerichtet, „um das gelobte Land zu sehen" (Seite 148), wie Herr Nieritz spottet, sondern die Morgenseite soll die Hoffnung auf einstige Auferstehung der Tobten verbildlichen." ■ (Israelitische Leser staunen gewiß über diese neuen Lügen, denn in Ansehung der jüdischen Beerdigungsart, gicbt es unter vielen, selbst gebildeten, Christen noch so viele alte , abenteuerliche und falsche Sagen und Vorurtheilc, daß man oft nicht weiß, ob man darüber lachen oder sich ärgern soll. Das einfachste Mittel, diese Sache genau kennen zu lernen, wäre ja, jüdischen Lcichenbestattungen in der Nähe beizuwohnen, um sich vom Gcgentheile zu überzeugen.