Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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17 2 thumsforschung Regel und Norm sein sollte, daß-die heilige Schrift auch in ihren topographischen Darstellungen, in ihren historischen Angaben, so man nur nicht mit Trägheit oder gar bösem Willen hcrangeht, sondern ernst und mit Eifer tief und immer tiefer gräbt, stets die höchste Wahrheit und Treue bewähre, auch jetzt noch der sicherste und unterrichtendste Führer sei, bei welchem der Reisende in den Orient sich Raths erholen kann." Es ist eine unter den Israeliten bekannte Sache, daß beiSchilderungen jüdischer Rrligionsgcbräuche, Zustände und Redensarten, besonders in Romanen und ähnlichenSchriftcn der meisten christlichen Verfasser viel Unrichtiges und Schiefes in diesem Betrachte vorkommt. So schrieb z. B. einst Kotzebue , daß er wahrend seiner Reise in Polen Freitag Abends in einem Orte ankam, wo ihm die Juden mit vielen brennenden Lichtern entgegenkamen, woraus er sogleich schließen konnte, daß sie ihren Sabbath feierten, während es doch bekannt ist, daß gerade am Sabbath die Juden — lind vorzüglich wohl besonders die in Polen— kein Licht anfassen. Eben so läßt ein Anderer einen Sohn seinem sterbenden Vater die Augen zudrücken, welches ganz wider das jüdische Gesetz ist; er läßt ferner den Juden am Sabbath die Tcphilin (Gebetriemen) anlegen, ihn oft beim „Propheten Elias schwören", welches einem Juden nie in den Sinn kommt, u. a. m. So erschien denn nun auch vor Kurzem eine Schrift unter dem Titel: Seppel, oder: „Der Synagogenbrand zu München", von Gustav Nicritz, (Leipzig, Böller), welche in den der Abendzeitung beigcfügten Blättern für Literatur wie folgt angemessen beurtheilt wird : „Der Verfasser bezeichnet auf dem Titelblatte dieses Schristchen als eine Erzählung „ zu Nutz und Frommen für Zung und Alt," weil ja auch unsere alten Leute in dem Punkte immer kindisch bleiben, was das Vorurtheil gegen die Juden be-