Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band zweites Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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wahr, fls haben religiöse Pflichten an einem andern Tage als am Sonntag zu erfüllen. Doch eine Stunde reicht dazu hin, und wir sind überzeugt, daß man ihnen diese in keiner Fabrik verweigern werde." Das Amendement des Herrn Luneau, welches hieß: ״Die Kinder unter 16 Jahren dürfen nicht mehr als sechs Tage in der Woche in der Arbeit verwendet werden," (ohne daß der Sonntag erwähnt werde) wurde nun verworfen. Was sagen nun wohl unsere deutschen Israelitischen Leser zu dieser Rede des Herrn Foul-? Wenn Herr Luneau, in der Absicht gegen die Form des vorgeschlagenen Gesetzes, welches von der Ruhe an ״Sonn- und Feiertagen" spricht, sich äußert, weil es nach seiner Ansicht, ״ gegen die Charte von 1830 sei, die keine Slaatsreliigiott anerkenne, es also ein Gesetz geben hieße, welches nur für de Bürger eines bestimmten Glaubens gültig sei," und er daher die Form des Gesetzes verändert zu sehen wünsche, da sie den Kindern einen Religionszwang auflege, (eine Ansicht, die Herr Portalis mit ihm theilte) und wenn Herr Martin du Nord, den Ausdruck: Sonn- und Feiertage, als für die Mehrheit der Franzosen angemessen findet, um der christlichen Religion und Moral Vorschub zu leisten, so kann man diese Ansichten, in so löblicher Absicht ausgesprochen, eben so bilügen, als die Versicherung des Herrn Fomld, daß die glücklichen Israeliten Frankreichs, die auch im Verhältnis gegen die christlichen Bewohner sehr gering ist, diesen kein Hinderniß in Aus- Übung ihrer,religiösen Pflichten durch solche Einwendungen in den Weg legen wollen und werden, indem es doch übrigens auch allgemein bekannt ist, daß sich die Israeliten in allen Staaten, in welchen sie leben, gern und willig in die für die Mehrheit der Einwohner bestimmten Gesetze fügen. Aber, wie in aller Welt konnte Herr Fould, in Ansehung der Israelitischen Sabbathsfeier eine solche falsche Behauptung in der Deputirtenkammer aufstellen? Denn so erfreulich es einerseits in der That ist, einen Israeliten vom französischen Volke als Deputirten gewählt zu sehen, besonders wenn man dagegen den Mangel in dieser Hinsicht in den deutschen und englischen Kammern als fühlbar erkennen muß, wo oft die absurdesten und erschrecklichsten Beschuldigungen gegen die Juden Vorkommen, ohne daß ein anwesendes Israelitisches Mitglied, nicht selten mit wenigen, kräf- Lig widerlegenden Worten, der Vertreter seiner gekränkten Glaubensgenossen sein könnte; und so (obenswerth und dankbar wir es auch anerkennen, daß Herr Fould sich z>B. in der traurigen Damaskussache in der französischen Deputirtenkammer auf eine