Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band zweites Heft
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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124 diese Schrift Ausführliches über die Entstehung mancher jüdischen Ceremonialgebräuche und deren geschichtlichen Ent- Wickelung in späterer Zeit. Der Bcrf. hat nä'mlich den Zweck, einzelne rabbinische Ceremonialgebräuche in ihrem spätem Ursprünge nachzuwcisen, die von Gefttzesunkundigen oft scrupulöser als mosaische Gesetze beobachtet werden, und meint ungefähr, weil man oft denjenigen Zsraeliten, welcher selbst die unwesentlichsten später n rabbinischcn Verordnungen gleichgültig betrachtet, leicht mit Schimpfnamen belegt, (״Epicuraer, Gcsehübertretcr u. a. m.,) so wäre eine solche Auseinandersetzung der Ursachen und spätere Entwickelung solchcr unbedeutenden Ceremonialgesetzenothwendigund nützlich*). Auch strebt er, durch die Darstellung der Sachen zu beweisen, ״daß kein Zeitalter in der Gestaltung der Religionsgebräuche bei der Beschaffenheit, in welcher es dieselben überkommen stehen geblieben ist," und daß demnach auch wir in diesem Punkte weiter schreiten könnten und dürsten. Der Ton in diesem Werke ist ruhig gehalten, nicht etwa geradezu verletzend, und wenn auch wohl Mancher hier und dort in diescr Schrift etwas als eine bloße Hypothese und also als unerwiesen betrachten wird, auch wohl Biele durch diese Lektüre sich gleichwohl von der Beobachtung mehrerer der darin geschilderten Gebräuche, in frommer Scheu vor dem Bestehenden, nicht abhaltcn lassen werden, die schon von den Altvordem nicht als wesentlich und wichtig betrachtet wurden, und auch jetzt selbst von vielen als strenggläubig geltenden Israeliten nicht, sehr beobachtet werden, so werden sic doch wenigstens viel Belehrendes darin finden. Wir dürsten auf dieses Schristchcn in einem unserer fpätcrn Hefte zurückkommen. *) Das Wachen während der Nacht am Schwrrothfeste und am Weidenfeste wird z. B. von jeher, selbst von den'meisten alten Nabbinern nicht gerade als wichtig, wenn auch für Andere, weil es doch immer fromme Handlungen sind, als zulässig betrachtet, und