Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft · p. Seite 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
Article
[Nachricht]
Date
1834-01-01
Page
Seite 70 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852149--09149-2313445
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

70 In der Türkei gestalten sich die politischen Verhältnisse der Israeliten jetzt immer besser. Der Hattischerif von Gülhane brachte sie.irr den völligen Besitz bürgerlicher Rechte und sichert ihre Existenz desto mehr. Die höchst traurigen , das menschliche Gemuth empörenden Begebenheiten zu Damaskus und Rhodus sind gottlob vorüber, und die vollständigen Nachrichten über dieselben, längst ausführlich in den Zeitungen mitgetheilt worden, so daß ihre weitläufige Wiederholung in der Sulamith wohl überflüssig sein dürste. Diese bekannten Grauelscenen, welche die Juden in Damaskus rc. betroffen, bleiben, so wie die aus der Luft gegriffenen mittelalterlichen Beschuldigungen, in Ansehung ihrer Religivnslehren und Gebräuche, ein für die Menschheit ewiger Schandfleck. Dagegen verdienen aber die edlen, menschenfreundlichen Bemühungen der meisten europäischen Mächtig und vorzüglich Östereichs und Englands, so wie des hochverehrten Fürsten Metternich, zur Rettung der Unschuld, den ewigen Dank aller Israeliten, und diese edlen Thaten und der Name dieses weisen, großen Staatsmannes werden gewiß in den Annalen der jüdischen Geschichte stets rühmlichst prangen und mit Liebe, Ehrfurcht und Dank genannt werden. Ebenso werden die Namen Moses Montefiore und Cremieux, welche für die Sache ihrer ungerecht beschuldigten und so hart verfolgten Glaubensgenossen so viel Großes gethan, noch bei der späten Nachwelt als wahre Zierden Israels und dankbar erwähnt werden, wie sie es in der That mit Recht verdienen. Gerecht sind daher auch die Dankbezeigungen, die bereits von allen Seiten schon jetzt gegen diese Ehrenmänner aus dm Gemeinden Israels erfolgen. Zum Schluffe setzen wir noch Folgendes, den deshalb erschienenen merkwürdigen Ferman des türkischen Sultans betreffend, hierher: „Der türkische Sultan hat mit Bezug auf die Judenverfolgungen in Rhodus und Damaskus, einen eigenhändig gezeichneten Ferman erlassen, worin feierlich verkündet wird, daß alle Anschuldigungen des Blutsgebrauches am Osterfeste, aus fanatischer Verleumdung beruhen, und die Unterthanen der Pforte jeglichen Glaubens aufgefordert werden, keinerlei Anschuldigungen und Verfolgungen dieser Art, die dem Hattischerif von Gülhane schnurstracks entgegen seien, mehr zu dulden. Sir Moses Montefiore und Herr Cremieux hatten am 28. Oktober (1840) Audienz beim Sultan. Er empfing sie sehr liebreich und seine Antwort auf ihre Adresse lautete wie folgt: „Die von der Deputation geäußerten Gefühle erfüllen mich mit großer Genugthuung, Ich war sehr ergriffen von $

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.