Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band erstes Heft
- Article
- Lehrt das Judenthum wirklich allgemeine Menschenliebe?
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
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15 Aber gegen diese Auffassung des Begriffes רעך sträubt sich . der unzweifelhafte Wortsinn in vielen Stellen der Denn allerdings bezeichnet!-ך׳ oft den Freund und Näherstehendcn, wie z. B. 5. Nos. 13, 7., Jjob 2, 11., allein daß es auch im weitern Sinn stehe und jeden andern Menschen, und so viel wie das deutsche ״Nächster, Nebcnmensch, Mitmensch" bedeutebeweisen evident z. B. die Stellen l; Most 11, 3., wo jeder Mensch ״der ganzen (bekannten) Erde," und 2. Mos. 11, 2., wo der dieZsraeliten hart bedrängende Aegypter רע genannt wird. (Vgl. besonders auch Spr. 18, 17.) Wo daher eine Pflicht nur gegen den Israeliten beobachtet werden sollte, ist sie geboten mit dem einschränkenden Zusätze: בני עמך, oder אחיך, oder עברי, ober בן ישראלי>: vgl. 2. Most 21,2; 3; Most 25, 46. Es beziehet sich demnach das Wort רע in den 10 Geboten, wie in dem Gebote: Du sollst deinen Nächsten (רעך) lieben, wie dich selbst (3. Mos. 19, 18.) auf jeden Menschen in allerlei Volk und Glauben. Zndcß ließe sich noch immer bezweifeln , ob das Wort ״Nächster" in den gedachten Geboten im weitern Sinne, und nicht vielmehr gleichbedeutend mit בני עמך (Kind deines Volks) gebraucht sei? Denn die Nichtbeifügung der letztem Ausdrücke ist noch kein Beweis, daß nicht oft andere in gleicher Bedeutung, und so das הן in seinem engem Sinne, dafür gebraucht sei? — Darum lehnen wir uns noch an folgende Stellen in den Mosaischen Büchern, die dem Geiste der Lieblosigkeit gegen Nichtisraeliten geradezu widersprechen. (Fortsetzung folgt.)