Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Aus brieflichen Mittheilungen an den Herausgeber dieser Zeitschrift [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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404 lich, daß alle übrige Gemeindeglieder, Alt- und Neugesinnte (einen einzigen Eiferer ausgenommen), die Petition mit Freuden unterschrieben, und so ist denn nun bei dem guten Willen des Borstandes und der Einigkeit der Gemeinde eine baldige Erfüllung unseres Wunsches mit Sicherheit zu erwarten. Die deutschen Predigten werden wahrscheinlich von dem hiesigen Religionslehrer, Herrn Dr. Saalschutz (früher in Wim angestellt, und durch mehrere archäologische Abhandlungen vortheilhast bekannt,*) gehalten werden; zur Zeit werde ich Ihnen das Nähere hierüber berichten. — So beginnt denn auch in Preußen ein neues Leben endlich zu erwachen; Frankfurt a. d. O., Königsberg und Brestau**) schreiten eifrig auf dem Wege religiöser Fortbildung voran, und hoffentlich wird nun auch die Berliner Gemeinde nicht länger zurückbleiben mögen?**) Die beabsichtigte Kultusreform ist freilich nichts mehrals der erste Schritt zum Ziele; den Kanzel- , *) Seine neueste, bei Unzer in Königsberg in Pr. erschienene Schrift heißt: ״Forschungen im Gebiete der Hebräisch- V Ägyptischen Archäologie. I. Zur Geschichte der Buchstabenschüft. Mit einer lithogr. Tafel. Preis 12 Gr. ־'.**) Dort ist eine ähnliche Reform im Werke. Es wurde zu dem Ende daselbst in einer im Januar ln I. gehaltenen General-Versammlung ein Comito ernannt, welches aus 5 Gemeindemitgliedern (darunter die Herren Doktoren Grünsburg, Guttentag und Freund) besteht. ***) Dies kann nur die Zeit erst lehren. So sehr viele achtungswerthe, gelehrte und thätige Mitglieder die Israelit. Berliner Gemeinde abgesehen von den vielen Jndifferentisten und denen, die am Scheidewege stehen — immerhin zählt, welche zeitgemäße Kultus-Einrichtungen wünschen, so darf doch nicht vergessen werden, daß es auch eine kemesweges unbedeutende Anzahl dort giebt, die das Altherkömmliche und Stabile in diesen Fällen liebt, und mit größtem Eifer aufrecht zu er- , halten sucht. Diese wird durch die dortige Ansässigmachung Ähnlichgesinnter aus den Provinzen immer mehr und mehr vergrößert. — Außerdem giebt es dort sehr viele Neben- Synagogen, in denen man meistentheils wohl das Alte noch völlig beibehalten dürfte, wenn auch etwa in der großen Synagoge Veränderungen Statt haben sollten. D. H.