Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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— 391 -יי einen kn der dortigen Synagoge gesprochen, so würde sein Reift« bericht ganz anders ausgefallen sein.) , Außer diesem enthält die Reiseskizze noch Folgendes über Brody r ״Um die achte Stunde nach dem Abendgebet kommt die ganze Stadt in Bewegung (doch wohl nur im Sommer?) und auf den größer» Straßen und Märkten treiben sich Männer, Weiber und Kinder in Schaaren herum. Die Jüdinnen sind reizend (wir übergehen aus Ach« tung gegen die Frauen und Familien dieser rühmlich bekannten, schätzbaren Gemeinde, das Weitere , und finden es sehr unrecht und tadelnswerth, von einem, mit den Lokal- Verhältnisse» nicht näher bekannten ,. Reisenden Urtheile übler Art so im Allgemein ney zu fällen , wozu ihn doch wahrscheinlich nur einzelne Jndividuen aus der niedern Klaffe veranlaßt haben mögen). Boulevards giebt es hier keine und die Straßen sind unreinlich (von diesen beiden Gegenständen scheint also Brodp nur den letztem mit Paris gemein zu haben —}. Der Bankier W. (?), ein äußerst höflicher, dienstfertiger Mann, nahm die Mühe über sich, alle zu meiner Abreise nöthigen Anordnungen zu treffen. Mir kommt vor, ich befände mich hier in Judäa, Juden im Hof, Juden auf der Treppe und Juden im Vorzimmer. Die Häuser haben hier nur Ein Stockwerk und.sind nicht 'groß, aber in jedem solcher Häuser wohnen zwei, drei und vier hebräische Familien, und bei allen dem sind den Sommer hindurch den Tag über die Zimmer leer. (Doch wohl nicht alle!) ' Die Männer (doch wohl auch unmöglich alle!) schwatzen auf dem Markte oder laufen in den Straßen herum, die Weiber gehen gleichfalls auf die Straße (doch gewiß ebenfalls nicht alle!) oder setzen sich vor die Thür, die erstem rauchen Laback (doch wohl auch nicht alle), die andern stricken Strümpfe. (Wenn es wahr sein sollte, daß die Männer amTage fast immer in den Straßen umherlaufen, so wäre das doch recht brav, kon« sequent und angemessen von ihren lieben Frauen, daß sie für die Fußbekleidung ihrer Ehemänner so emsig sorgen. Es leben bi«