Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
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386 Synagogr, z. B. in Russisch-Polen, auf seiner Reise gesehen, weil er sonst wohl nicht Dinge so umständlich beschrieben hätte» die er im Wesentlichen in jeder andern Synagoge eben so angetroffen haben würde. Für deutsche Leser, welche Synagogen gesehen, muß die weitläustige Beschreibung der Anordnung im Innern der Brody'r Synagoge, wie sie in dem sonst so gehaltvollen und lehrreichen, ״Ausland" mitgetheilt worden, gewiß noch auffallender sein. Unsere Leser mögen sich aus folgenden Stellen des obigen Artikels, denen wir zugleich einige Berichtigungen in Parenthesen und mit kleinerer Schrift gedruckt,, beigefügt haben, überzeugen, was man alles als neue jüdische Merkwürdigkeiten, für christliche Leser bestimmt, in unfern Lagen mittheilt. Zur Sache also: ״Die Juden haben hier eine Synagoge (welches von 22000 Juden wohl ohnedies zu erwarten ist), ein großes, stei« nernes (!) Gebäude; sie sind darin immer mit bedecktem Kopf (wie überall in allen Synagogen) und mein Führer bat mich daher beim Hineingchen, gleichfalls den Hut nicht abzunehmm. (Dies geschah gewiß aus Unwissenheit oder wenig- . stens aus irriger Ansicht. Ohne uns hier über den israelitischen Gebrauch, mit bedecktem Haupte zu beten, in Erörterungen einzulassen, die Quellen dieses Gebrauches zu nennen, oder die Ansicht des frommen Rabbi Salomon Loria (Reschall genannt) zu citiren u.s. w., bemerken wir bloß, daß eS unrecht sei, einen Nicht-Israeliten, der nach einer andern Ansicht nur mit unbedecktem Haupte Gott zu verehren glaubt, wie es hierbei überhaupt doch nur auf die Vorstellung und den Begriff des Individuums ankommt, wie cs sich nämlich die äußere Verehrung Gottes denkt, gleichsam durch Zwang zu veranlassen, Gott nur auf eine diesem Nicht-Israeliten unwürdig scheinende Weise seine Ehrfurcht zu bezeigen, oder vielmehr in der Syna- .zöge gleichgültig, wie in einem gewöhnlichen Privathause, umher zu gehen; abgesehen davon, daß es dadurch noch obendrein bei den Unkundigen das Ansehen gewinnen muß, als ob der