Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Verhandlungen der Israelitischen Kreis-Synode zu Würzburg, im Jahre 1836
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852140-2312027--08875-2312596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
373 Glauben, daß sie bis auf Moses zurückgeführt werden könne, und von Gott ihm mündlich mitgetheilt worden seien. tibrigens werde die babylonische Version befolgt. 2) Ist die Überlieferung von Rabbi Jehuda Hanaffi aus Rabbi Assi und Rabbina nachzuweisen? Es wurde in einem ausführlichen Berichte nachgewiesen, wie sich dieselbe von der frühesten bis auf die neueste Zeit fortgepflanzt und erhalten habe. 3) Hat seit der Zeit der Verfassung der Gemara eine regelmäßige Fortbildung oder Entwickelung der Lehre statt gefunden, und worauf beruht diese? Hierüber waren die Meinungen nicht ganz einig; kennten es auch nicht leicht sein, da die Frage zu wissenschaftlich ist, um so geradezu beantwortet zu werden. 4) Besteht jetzt irgend eine Autorität zur Entscheidung eines allensallsi'gen Glaubensstreites? . Diese Frage wurde , wie ich glaube, einstimmig dahin beantwortet, daß eine persönliche Autorität nicht bestehe. 5) Ist man über die bei der Interpretation der heiligen Schrift und Aussprüche der. Propheten zu befolgenden Grundsätze durchaus einig, oder welche Streitpunkte bestehen in dieser Hinsicht? Auch hier waren die Ansichten getheilt, indem Einige die Interpretations-Regeln als allgemein anerkannt, andere sich dagegen erklärten. Einstimmig wurde aber die freie Auslegung als zugestanden, wenn keine praktische An- Wendung davon gemacht wird. 6) Worin besteht die Kabbala und welchen Einfluß hat sie auf Lehre, Gottesdienst und Disciplin? Es wurde die Kabbala als eine eigne Geistesrichtung und Auslegungsweise bezeichnet und die Debatte führte die Frage herbei: ״Ob die Kabbala als Tradition gelte?" Von der Mehrheit der Versammlung wurde diese Frage verneint.