Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band sechstes Heft
- Article
- Jude oder Israelit? Jüdische oder Mosaische Religion
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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370 dividua lität, unsere Bestimmung liegt und liegen soll. Man lese Genesis Kap. 32, 23. 25. 29. ״Und er sprach, wie Heißest Du? Er antwortete, Jacob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jacob heißen, sondern ״Jsrael," denn-Du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist obgelegen." Daselbst Kap. 35, 23. 9 und 10 ist deutlich zu lesen : ״Und Gott erschien Jacob und segnete ihn und sprach zu ihm: Du heißest Jacob; aber Du sollst nicht mehr Jacob heißen, sondern Israel sollst Du heißen, und also heißt man ihn Israel." *) Sßer uns also den Namen Israel nehmen will, der nimmt uns den Segen unseres Gottes und begeht gleichsam einen Raub an unseren heiligsten Gütern- ״ J sraeliten" sind wir, denn wir haben gekämpft, und noch ist der Kamps nicht zu Ende! Müssen wir ja sogar um jeden Buchstaben unseres Namens kämpfen!! In unseren Gebeten — und gerade in seinen Gebeten spricht sich der Geist eines Volkes aus! — ist fortwährend der Name Israel gebraucht, niemals Jude, oder jüdisch. Unsere frommen Seufzer, wenn wir mit Inbrunst zu Gott rufen, sind immerwährend: ״hilf Deinem Volke Israel!" Bei der Einsegnung der ehelichen Bündnisse, einem so hochwichtigen Akte, wird die Braut dem Bräutigam angetraut, ״nach dem Gesetze von Mose und Israel," es ist aber in der bei allen Israeliten in der Welt recipirten Trauformel keinesweges der jüdischen Religion erwähnt. Auch in den Scheidebriefen befindet sich die Formel: ״nach dem Gesetze von Mose und Israel." Desgleichen bei allen religiösen Handlungen, die ins bürgerliche Leben eingreifen. — Wie konnte oder mochte auch *) Die biblischen Stellen sind sämmtlich nach der lutherischen Übersetzung verdolmetscht.