Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Prag [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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333 der Ehre!" und als der Chor mit den Worten einsiel: ״Gott, der Starke, der Mächtige, der Sieger im Kampfe,", ergriff gewiß jeden Zuhörer der heilige Schauer, der uns aus Davids Psalmen und aus den Klageliedern der Propheten anweht, wenn wir in einsamen Stunden das Buch aller Bücher aufschlagen. Nach dem ״ Selah " zog der Sängerchor in das Bethaus ein. Knaben, Jünglinge und Männer schritten in schwarzem Habit mit schwarzem Barett dem Aufgange zum Tabernakel zu , während sie der Vorbeter in schwarzem Talare mit einer stola-artigen, weißatlaffenen Verzierung empfing und begrüßte, und von den Nabbinern, welche den Zug schlossen, die Thora übernahm, sie küßte, und in die ״heilige Lade" einsetzte. Von dem hierbei wohl ausgeführten und zweckmäßig gesetzten Choräle ergriffen besonders die Worte: ״ Führe uns wieder zu Dir, o Ewiger! wir wollen gerne zurückkehren; erneue uns die Zeiten, wie vormals." Auf diesen Akt folgte eine Vorbereitungshymne zu einer Predigt, welche Herr i’)r. Sachs aus Breslau hielt. Er hatte sich den Text aus Davids Psalmen (13,:־־.) gewählt. ״Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu dernem heiligen Berge und zu deiner Wohnung." Bei der' tiefen Stille der zahlreichen Versammlung ging kein Wort seiner bedeutungsvollen, und dem Momente angemessenen Rede verloren. Nach einer Jubelhymne, welche auf die Predigt folgte, trat der Vorbeter vor das Tabernakel, öffnete es, und verrichtete, das Antlitz gegen die Thora gewendet, ein Segensgebet für die Erhalrung II. MM. Ferdinand l. und Maria Anna Karolina. Den Beschluß dieser erbaulichen Feierlichkeit machte das zum Osterfeste vorgeschriebene Abendgebet. Die Choräle und antiphonirenden, durch die Orgel begleiteten Stellen, sind in einem würdigen Style gesetzt, und wurden von den betreffenden Sängern so gut vorgetragen, daß in dem vollen Bethause die tiefste Andacht herrschte. Die in dem neuen Tempel neu eingeführte Form des Gottesdienstes ist ein sehr erfreulicher Fortschritt in der so einsiußreichen religiösen Bildung der hiesigen Israeliten. Die wackeren.Männer, die das schöne Ziel einer würdigen Gottesverehrung mit Mühe und mannichfachen Opfern erreicht haben, sind durch ihr Bewußtsein und durch den Erfolg belohnt. Die Nachkommen werden ihre Namen dankbar nennen; denn man kann mit Zuversicht hoffen, daß das siegreiche und alle Partheien versöhnende Beispiel auch in den übrigen Bethäusern befolgt werden wird. Seine Excellenz der Herr Oberstburggraf, Se. Excellenz der in Böhmen kommandirende Herr General, eine bedeu-