Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Altes und Neues
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852136-2311999--08748-2312521- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
293 durch nichts den Juden vew'eth und eben in den angenehmsten und ehrenvollsten Verhältnissen ein christliches Fräulein Herrathen wollte, als ein jüdischer Hausirer, der ihn von seiner Jugend her kannte, ihn compromittrrte, wovon die Folge war, daß die Ehe unterblieb, daß er statt der vorigen Achtung und Liebe, Hyhn und Verachtung fand, (hört! Hort!) und in Verzweiflung den Urheber seines Unglucks, den jüdischen Trödler, ermordete. Eine wahre Geschichte, ähnlich der kürzlich in Mainz vorgefallenen, wo ein junger jüdischer Fleischergesell einen christlichen Kameraden, der ihn wegen seines Iudenthuws verspottete, umbrachte," *) *) Aus dem Stuttgarter Literaturblatte. Völlig abgesehen nun von der verabscheuungswürdigen bösen That dieses Mörders, können wir nicht umhin, bei dieser Gelegenheit zu bemerken, daß wir uns seit vielen Jahren von dem beklagenswerthen Schicksale der meisten, besonders wandernden, jüdischen Handwerksgesellen überzeugt haben. Statt daß solche, weil sie sich vom Kleinhandel abwandten und sich einem Handwerke widmeten, von ihren christlichen Mitbrüdern in ihrem Unternehmen aufgemuntert werden sollten, müssen sie vielmehr nicht selten die drückendste und verachtlichste Behandlung, auch wenn sie, wie größtentheils, keine jüdische Gebräuche beobachten, wegen ihrer Geburt und ihres Glaubens erleiden, In manchen deutschen Ländern werden sieals fremdeJuden, gleich an derGränze zurückgewiesen, und da, wo ihnen der Aufenthalt gestattet wird und sie ihre Religion nicht verläugnen, oder als Juden erkannt werden, werden sie von den Meistern nur selten gern als Gesellen angenommen, oder sie sind, besonders wenn sie sich durch ihre Geschicklichkeit und ihren Fleiß dis besondere Zufriedenheit des Meisters erwerben, der Rache, dem Spott und Hohn ihrer christlichen Mitgesellen und sonst in allen Fällen von allen Seiten ausgesetzt. Wie störend und hemmensolche Hindernisse wirken, wissen die zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten errichteten Vereine am besten. Gleichwohl ist die Zahl der jüdischen Handwerker in Deutschland verhältnißmäßig jetzt sehr bedeu- Lend. Ohne jene fatalen Hindernisse würde sie aber gewiß