Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
- Article
- Altes und Neues
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 8)
- Language
- German
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28S Schon Mendelssohn hat übrigens die irrige Meinung vieler Christen widerlegt, daß die Beschneidung zu den Amtsverrichtungen der Rabbiner und Geistlichen gehöre und dargethan, daß diese religiöse Handlung vielmehr nur von Privatpersonen (in Holland, 'wie angemessen, von jüdischen Chirurgen und z. B. jetzt in Dresden vom Herrn Dr. med. (Sotltti) gewöhnlich verrichtet werde. Was hätte also gerade den Schächter in Höchst, einen Mann, der übrigens nur mit dem ritualmäßigen Schlachten des Viehes und Geflügels sich zu beschäftigen hat und welcher auch wohl, nie irgend eine Beschneidung verrichtete, da man überhaupt in der Regel in den Israeliten-Gemeinden aus Gründen keinen Schächter zu einer solchen Verrichtung zuzulassen pflegt, was hätte wohl einen solchen Mann veranlassen können, jenen Christenknaben gewaltsamer Weise zu beschneiden? Liegt der Unsinn der Anklage nicht klar am Lage? Und doch, doch glaubten Christen diese Übelthat des Juden— und es ist noch nöthig, diesen Unsinn zu bekämpfen! — —- Doch genug von diesen betrübenden Gegenständen! Wenden wir lieber unsere Blicke von solchen Schattenseiten ab und zu erheiternden Lichtseiten, nämlich zu den Worten und Lhaten erleuchteter, menschenfreundlicher und edler Christen, welchen das höchste Lob, innige Verehrung und insbesondere der ewige Dank ״der Gedrückten vom Hause Jakob" mit'Recht gebührt! vorzustellen, daß sie als Nicht-Israeliten doch ebenfalls bei einem Gott und den Menschen gefälligen religiösen Wandel einst selig werden würden und also des Übertritts zur Israelitischen Religion keineswegs bedürfen. Den seligen K. R. Rabbiner Kalkar hörten wir besonders bei solchen Gesuchcn gewöhnlich sanftlächelnd äußern: ״ Wir wollen keine neue Juden, mögen wir nur die alten behalten." Kann es wohl einen noch bessern Beweis für unsere obige Behauptung geben, als diesen p r a k t i sch e n?