Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft · p. Seite 276

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang erster Band fünftes Heft
Article
Die jüdischen Frauen in Ägypten
Date
1834-01-01
Page
Seite 276 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852136-2311998--08724-2312499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

276 Schmuck und Putzsachen einznkaufcn, auf die sie (wie doch auch die meisten Europäerinnen aller Konfessionen) einen großen Werth legen. Keine Frau in der Welt ist so besorgt für ihre Garderobe als die ägyptische Jüdin; daher kommt es, daß man sie öfters in ihren beinah armseligen Wohnungen auf das prächtigste gekleidet findet, in einem von Kaschemirshawls, Goldstoffen und Edelsteinen beinah überladenen Anzuge. Dieser gleich einer Sultanin aufgeputzten Dame steht ihr Gatte zur Seite, ein vollkommenes Bild (des harten Druckes) des Elends und der übermäßigen Arbeit, mit eingefallenen Wangen (gicbt es denn in Ägypten keine Fleischtöpfe mehr?), gelben, abgemagerten Händen und oft zerrissenem Gewand; unter einem schwarzen Turban quillt sein Haar in ziemlicher Unordnung hervor. Nichts kann für den Fremden auffallender sein, als dieser schneidende Gegensatz vom höchsten Luxus und dem Schein der niedrigsten Armuth. Allein dieser Schein der letztem ist nur eine (durch den Druck erzeugte) List der Juden selbst, durch welche sie sich den Er- Pressungen von Seiten der Regierung zu entziehen denken. Die Kostbarkeiten der Frauen sind unangreifbar, und weder die Gläubiger des Mannes noch die Regierung selbst kann sie mit Beschlag belegen. Deßhalb bleiben sie immer das sicherste Eigenthum, während die im Lande geschlagenen Münzen ihrem Werthe nach dem größten Wechsel unterworfen sind. Auch findet sich wohl, daß besonders reiche Juden noch außerdem ihren heimlichen Schatz an Gold- und Silberstangen besitzen, welche sie an den verstecktesten Orten ihrer Wohnungen vergraben. So geschieht es nicht selten, daß Jemand, der ein halbverfallenes Haus an sich gekauft, darin einen reichen Schatz findet. Besonders an den Sonnabenden pflegen die ägyptischen Jüdinnen Alles anzulegen, was sie an Kleidern und Kostbarkeiten besitzen (wodurch sie also die jüdische religiöse Vorschrift, den Sabbath auch durch schönere Kleider auszuzeichncn und zu ehren,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.