Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 7)
- Language
- German
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190 fen werden kann, mehr der Vulgata als den», hebräischen Texte gefolgt. Die Luthersehe Bibelübersetzung leistet nur, wie Göthe von ihr sagt, für den Anfang den größten Dienst, ״weil sie uns mit dem fremden Vortrefflichen, mitten in unserer nationellen Häuslichkeit in unserm gemeineu Leben überrascht, und ohne daß wir wissen, wie uns geschieht, eine höhere Stimmung verleihend, wahrhaft erbaut." Unter den Nachfolgern Luthers hat unstreitig De Wette die gelungenste Übersetzung geliefert, welcher manche an der Zohlsonschen bemerkbar gemachte Vorzüge nicht abzusprechen sind. Aber auch dieser wollte bloß die Arbeit Luthers vervollkommnen *) und war nur zu sehr in ,dem verjährten Wahn der Unübertreffbarkeit derselben befangen. Der Übersetzung Mendels so hn's, dieses hochverehrten Mannes, der als ein hellleuchtender Stern an dem Himmel Israels glänzte, habe ich oben, um sie mit der Zohlsonschen zu vergleichen, Erwähnung gethan. Meine Absicht ging keinesweges dahin, die zu ihrer Zeit verdienstvolle Arbeit des ehrwürdigen Weltweisen herabzusetzen, sondem durch Vergleichung beider Übersetzungen den Werth der Zohlsonschen ins wahre Licht zu stellen. Es lag ganz außer dem Plane Mendelssohn's, eine wörtlich treue Überfetzung zu bearbeiten, welche bei der damaligen Geistesrichtung des Gemüths seiner Zeit- und Glaubensgenoffen nicht hätte ansprechen können. Wer wollte ihn tadeln, daß er ein zeitgemäßes Interesse verfolgte, oder ihn'nach Zwecken bemtheilen, für deren Erfüllung er gar nicht thätig war? Wegen seiner anmuthigen und an poetischen Stellen, namentlich in seinen Psalmen, erhabenen Schreibart, haben sachkundige Männer seine Übersetzung als eine Zierde der deutschen Literatur betrachtet, Männer, deren Urtheil ich höher schätze, als das anmaßliche jenes unter dem Schleier *) S. dessen Vorrede S. X,