Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304644-10852134--08485-2312400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
erschienen, ״weil diese," heißt es auf dem Titel, ״de» Untergang Europa's herbeiführen würde." Der ungenannte humane Verfasser hat seine uns «noch unbekannte Schrift recht aufrichtig und naiv ״allen Petitionairs gegen die Juden-Emancipation und sonstigen Zudenhassern" gewidmet. Recht brav von dem christlichen Menschenfreunde! Denn man kann da gleich sehen, wes Geistes Kind er ist und welches Privatknteresse die Schrift veranlaßt hat! Das arme, unglückliche Europa! Es ist wahrlich ewig Schade, daß dieser schöne und kultivirteste Welttheil untergehen muß (Gott verhüte es!), wenn die sächsischen Juden die Freiheit erlangen sollten, Schuhe zu machen und mit Kattun zu handeln, statt daß sie jetzt auf einem eingeschränkten Platze in Dresden nur mit alten Kleidern handeln und Juwelen-, Wechsel- und Negoz - Geschäfte machen dürfen! Man kann sich indeß damit trösten, daß man bis jetzt noch keine Spur von dem Untergange Europa's, durch die Juden veranlaßt, wahrnehmen kann, obgleich sie in England mit den Christen gleiche Freiheiten genießen, sie längst in Holland, Frankreich, Belgien, Dänemark, Rußland, und zum Theil in Deutschland emancipirt sind, oder daß durch ihre staatsbürgerliche Gleichstellung in Preußen!c. sonst der Untergang Europa's nahe sei. Wir wissen es uns übrigens überhaupt gar nicht zu erklären, daß sich fast f§ Millionen Christen in dem gewerb- und fabrikreichen Sachsen vor 700 Juden, wie vor Gespenstern , mit einem Male fürchten, von denen doch nur höchstens einige hundert sich den Gewerben und dem Waarenhandel zu widmen im Stande sein können und auch dies nur erst späterhin, da sie dieses Fach bisher nicht betrieben haben und erst erlerneu müssen! Könnten die Juden diese Furcht nicht zugleich füglich als ein Kompliment betrachten und ihre Überlegenheit in geistiger und physischer Thätigkeit, obgleich nur scheinbar, beurkundet finden? Die weise Sächsische Staatsrcgierung wird indeß, wie sie bereits begonnen, gewiß VIII. Jahrg. 1. Band. 12