Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band drittes Heft
- Article
- Literatur [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 142 — Ihre Brüder, ^denen Sie das größte Heil verdanken, wie Ihre Apostel sagen!! ' Eine Inselprcdigt schien der Mann nicht erwartet zu haben, er schwieg, und ich hatte Zeit, fortzusahren; nahm aber meine Zuflucht nicht weiter zur Bibel, sondem zu einem recht weltlichen Buche, in welchem aber recht viel geistliche, d. h. nach Ihren und meinen Ansichten, recht viel vernünftige Dinge stehen. Ich hatte nämlich Vormittags den ersten Theil von Tutti Frutti gelesen, und das Buch noch in meiner Tasche. Ich suchte ihm die beabsichtigte Stelle auf und bat ihn, zu lesen. ״Ich schmolle oft mit den Engländern — heißt es dort S. 220 — eben weil sie, so groß sind , und doch zuweilen wieder so klein; heute aber, als ich das Zeitungsblatt aus der Hand legte, fühlte ich mich von inniger, ungetheilter Verehrung für sie durchdrungen. Diese Emancipation der Juden, deren ich eben erwähnte, ist wahrlich ein ernstes und glorreiches Zeichen des Fortschritts ihrer geistigen Kultur und wird für sie selbst zur Milderung und Aufklärung ihrer Religionsbegriffe, die wohlthatigsten Folgen haben; denn ein Schritt im Guten führt eben so sicher zum Bessern, als umgekehrt, das Böse immer Böseres muß gebären. Heil dir also, edles Volk, das uns in so Vielem schon vorleuchtete, und nun auch die Axt an jene stupide Barbarei gelegt hat, mit der wir im ganzen Europa so lange Zeit zu unserer ewigen Schmach eine zahlreiche Klasse unserer Mitmenschen verfolgten, und erst selbst verderbten, um sie nachher dieser Verderbniß wegen anklagen zu können. Es ist ein schöner endloser Sieg der Menschlichkeit und Gerechtigfett, der Welt zum Beispiel aufgestellt, und wir wollen gern einen Schleier darüber decken, welche Tendenzen zu derselben Zeit bei uns in dieser Hinsicht laut wurden. Ich weiß nicht, wie andere Christen darüber denken; aber was. mich betrifft, so kann ich wohl sagen , daß, se i t ich