Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 7)
- Language
- German
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115 Da wir mit dem Verewigten viele Jahre in sehr freundschastlichen Verhältnissen und in Korrespondenz gestanden, wodurch er uns als edler Mensch und Gelehrter um so mehr stets unvergeßlich bleiben wird: so fühlen wir desto lebhaft ter den Wunsch, eine ausführliche Biographie Wolfssohns hier bald liefern zu können, und ersuchen demnach diejenigen Gelehrten, welche ihm näher standen, um die Mittheilung seiner Biographie; denn wahrlich, er verdient es, besonders von seinen Glaubensgenossen und vorzüglich von den jüngern achtungswerthen Israelitischen Bibelübersetzern und ׳ Exegcten, beachtet und im ehrenvollsten Andenken gehalten zu werden! * *) D. H. Aufklärung ist für denselben nur ein todtes Gemälde, das wenig Kraft und Wirkung äußert. Ideen und Worte, sagt ein bekannter Gelehrter,-malen, wie Kreide und Pin-- sel, nur die Oberfläche, geben nur Eine Gestalt und eine einzige Stellung; Geist und Bewegung aber fehlen ganzlich, u. s. w." *) Als Schreiber dieses im Jahre 1808 mit ihm und dem verewigten David F r i e d l ä n d e r mehrere Wochen in Kassel zusammen war und in diesem Kreise höchst angenehme Stunden verlebte, bezeigte besonders auch der Letz- . tere.unserm Aaron Wolfssohn bei allen Gelegenheitten die größte Achtung, und wenn z. B. Jemand in dieser Gesellschaft an Friedländer eine wissenschaftliche Frage - richtete, wies ihn dieser gewöhnlich sanft an Wolfssohn, mit den Worten״ Hier sitzt, ein tiefgelehrter, vielwissender Mann, welcher Ihnen mit der gründlichsten Erörterung Ihre gelehrte Frage genügend beantworten kann und wird!" Ob so etwas wohl auch in unserer egoistischen Zeit, selbst von manchen jüngern Gelehrten, m ä'hnlichen Fällen häufig geschieht, wollen wir hier dahingestellt sein lassen, und nur bemerken , daß jener Mann doch zu den alten ^Israelitischen Gelehrten gehörte, von denen man überhaupt wohl lieber ihre Mängel und menschlichen Schwächen, selten aber gern ihre guten Eigenschaften er- 8*