Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 6)
- Language
- German
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114 in Berlin lebte und wirkte, dann bis 1807 in Breslau als Königlicher Professor und Oberlehrer an der, vom Könige Friedrich-Wilhelm ll. bei seinem Regierungsantritte für die dortige Israeliten - Gemeinde gegründeten und kräftig' dotirten Königlichen Wilhelms-Schule angestellt war. wo er ungemein viel Gutes leistete, hierauf in Berlin privatisirte und endlich seine letzte Lebenszeit, ruhig den Wissenschäften! lebend, in Bamberg und Fürth zubrachte. Vielfettig - heilsam und einflußreich auf! seine Glaubensgenossen wardas thatige -Leben und Wirken dieses ausgezeichneten, tiefgelehrten Veteranen der neuern Israelitischen Schriftsteller. Außer seinen trefflichen Bibelübersetzungen, hebräischen Bibel«Kommentaren und seinen schönen und gehaltvollen Aufsätzen in der alten hebräischen Zeitschrift ״der Samm- (er," werden" gewiß auch seine trefflichen deutschen Schriften, besonders sein: Feschurun, oder unpartheiische Beleuchtung der dem Judenthume neuerd in g s> :(schön damals hieß es also neuerdings! D. H.) gemachten Vorwürfe (Breslau, 1804, bei Adolph Gehr) u. a. m. stets als musterhaft und nützlich anerkannt werden."*) *) Wir können uns nicht enthalten, als zeitgemäße Erinnerung, folgende Stelle aus dieser Schrift hier zu wiederbolen. (Vergl. Sulam. I. Jahrg. 4. Heft, S. .438.) ״Es ist doch eine unbegreifliche Jnconsequenz in unfern Sitten," sagt ein würdiger christlicher Staatsmann; ״man vertrauet jüdischen Ärzten seine Gesundheit an; man braucht Juden als Unterhändler bei Geschäften, von denen das Wohl ganzer Familien abhängt, und man nimmt Anstand, sich von ihnen einen Rock oder ein Paar Schuhe Machen zu lassen." ״Der Staat vertrauet dem Juden die Gesundheit seiner Mitglieder an, " dehnt Wolfssohn diese Bemerkung weiter aus, ״und nimmt Anstand, ihm eine Advokatur anzuvertrauen. Wahrlich, nur lebende Beispiele von Oben sind die wirksamsten Mittel, den gemcineu Mann unten zu erleuchten und zu belehren; alles Vorpredigen und Borschreiben von und über Toleranz und