Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Rede, kurz nach der Emancipation der Israeliten in Kurhessen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
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ßes Glück, das unsere Vorfahren so viele Jahrhunderte entbehrten, der Allgütige uns zu Theil werden ließ! Zerrisfen sind die Bande, die uns so lange schmachvoll fesselten; abgenommen sind die Fesseln, unter denen wir so lange seufzten: wir haben dieselbe würdige Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft erlangt, welche allen übrigen Bewohnern unseres geliebten Vaterlandes zu Tyeil wird. Und wir sollten hierin nicht die liebende Vaterhand Gottes erkennen? Wir sollten es nicht einsehen, daß der Ailgütige uns dieses Ereigniß zu einem wahren und bleibenden Glücke bereitet habe! Za, mit dankerfülltem Herzen rufen wir heute mit dem frommen David ans: ״Großes hat Gott für Jene gelhan, Großes that Gott für uns; d.eß sind wir herzlichfroh!" Freuet euch mit mir, m. Z., über dieses Ereigniß! Es ist für uns Alle von sehr wohlthätigen Folgen , und nicht nur für uns, sondern auch, und wohl noch mehr, für unsere Nachkommen. — Aber laßt unsere Freude keine bloße Wirkung des dadurch erlangten äußern Vortheils, laßt unsere Freude nicht nur auf das Sinnliche gerichtet sein: nein, zum Danke gegen den allgütigen Lenker unserer Schicksale soll sie uns stimmen; zu einem frommen und tugendhaften Lebenswandel soll sie uns ermuntern; sie soll uns ermahnen, durch unser Denken, Sprechen und Handeln uns dieser Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft würdig zu zeigen. ■ Nur so wird unsere Freude eine Gott wohlgefällige, nur so wird sie eine bleibende und heilbringende sein.- Zum Danke gegen den allgütigen Lenker unserer Schicksale soll uns dieses frohe Ereigniß stimmen, das ist das Erste, m. Z. Denn ist es nicht Gott, unser himmlischer Vater, der die Herzen der Menschen wie Wasserbäche lenkt, von dem alles Gute und jede Freude kommt? Ist es nicht Gott, der sich zu jeder Zeit uns so liebevoll gezeigt, und uns aus vielen Gefahren errettete? Werfen wir einen Blick in die früheste Vergangenheit bis auf den heutigen