Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Rede, kurz nach der Emancipation der Israeliten in Kurhessen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 gentlichen Zweck des Gottesdienstes gesprochen, zeugt vorzüglich von seinem rühmlichen Eifer für das Wahre und Bessere, welcher Nachahmung und Aufmunterung verdient. Der Herausgeber. N e d e. M. Z. Für den denkenden, für den gefühlvollen Menscheu giebt es nichts Höheres , nichts Wichtigeres und Heiligeres, als die feste Überzeugung: es lebt und waltet ein allmächtiges und allgütiges Wesen über uns, das alle unsere Schicksale lenkt, das liebevoll auf uns herabsieht, das mit seinem Vaterauge über uns wacht und unser Leben leitet. Was kann uns in allen Lebenstagen mehr trösten; was kann uns bei allen widrigen Ereignissen desselben mehr Muth einflößen; was kann unsere Freude bei froheN Ereignissen mehr erheben und sie zu einer dauernden und heilbringenden umwandeln, als diese Überzeugung! — Wer ist unter uns, m. Z., dem diese ewige Liebe und Güte unseres himmlischen Vaters unbekannt geblieben? Wer ist unter uns, dem sich nicht bei jedem Blicke in die Außenwelt, bei jeder Betrachtung seiner selbst, die Wahrheit einprägen sollte: Die ganze Menschheit, ja selbst das Leben eines jeden Sterblichen stehe unter dem erhabenen Einflüsse einer allwaltenden Liebe. Vernunft und Religion, Natur und Geschichte vereinigen,sich und predigen diese Wahrheit laut. Und ist es nicht insbesondere der heutige festliche Sabbath, der uns so lebhaft an den segcnreichen Einfluß Gottes auf die Menschheit erinnert? Ist es nicht das Chanuka-Fest, das uns so lebhaft die Überzeugung einflößt, daß der Allgütige sich des Schwachen wider den Starkey, des Geringen wider den Großen annimmt und ihn oft fö wunderbar errettet? Doch, m. Z., noch eine weit lebhaft tcre Freude, noch einen weit hohem Grad dankbarer Rührung empfinden wir, wenn wir bedenken, welch ein gro-