Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band erstes Heft
- Article
- Geschichtliches und Literarisches
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 6)
- Language
- German
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34 auf diesem Punkte der Erde Volkssprache ist, mitgebracht und bis auf diesen Tag erhalten. Diese Thatsache, welche schon durch Bruce angegeben wurde, ist seitdem durch die Zeugnisse mehrerer zuverlässigen Reisenden, unter Andern von Rüppell, dem gelehrten deutschen Naturforscher, der Abyssinien vor wenigen Jahren besucht, bestätigt worden. Durch Annahme dieser Thatsache in allen ihren Einzelnheiten ließen sich mehrere bedeulende Fragen auflösen. Diejenigen unserer heiligen Bücher, welche vor Esra existirten, sind von diesem in Ordnung gebracht worden. Welche Verschiedenheit fände sich wohl bei Vergleichung des Esra'schen Textes mit dem Handschriftlichen, welchen jene Kolonie hat? Kann wohl dieses Volk einige Bücher, welche uns durch den Strom der Zeiten und politische Stürme verloren gegangen sind, erhalten haben? Die Schristzüge, deren sich die Hebräer heut zu Lage bedienen, und die man chaldäische Charaktere nennt, sollen nach einer allgemein angenommenen Meinung aus Chaldäa nach Judäa durch die Juden nach ihrer Gefangenschast gebracht worden sein, und die ursprünglichen Charaktere, welche Moses anwendete, sollen die unter dem Namen der samaritanischen bekannten Charaktere sein. Man dürste nur die Charaktere untersuchen, mit welchen die Bücher der Falasjans geschrieben sind, um zur vollkommenen Sicherheit zu gelangen. Die Schrift der Hebräer war ferner ebenfalls syllabisch. Ihr Alphabet hatte nur Konsonanten, die Bocal-Laute waren nicht bezeichnet, und erst in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung unternahmen es die Rabbiner, weil sie den Einfluß der Zerstreuung der Israeliten auf ihre Aussprache fürchteten, sie zu sixiren, und ersannen Zeichen, welche die Stelle der ihnen fehlenden Vocal-Zeichen vertreten. Ob aber diese Zeichen den Zweck ihrer Erfinder erreicht haben? Dis Hebräer mußten, wie der größte Theil der orientalischen Völker, ihre Vocale zu stark aspiriren, als