Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band erstes Heft
- Article
- Geschichtliches und Literarisches
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
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32 wohnern Amsterdams, gleichviel, von welchem Glaubensbekenntnisse,^) reichliche Unterstützungen an Nahrungsmitteln, *) Im Wohlthun kennt der Israelit, wie die Erfahrung auch lehrt, von jeher und überall keinen Unterschied , obgleich wohl oft Mancher etwa den großem Theil seiner Wohlthaten seinen Glaubensgenossen vorzüglich zuwenden muß, weil die Israeliten ihre Armen und Kranken ü. s. w. aus ihren Mitteln erhalten müssen. Doch findet man, besonders in großen und reichen Gemeinden, viele reiche Jsraeliten, die bei allen Gelegenheiten für dürftige Christen und deren wohlthätige Anstalten große Summen beitragen. Wir dürfen hier nur an den verstorbenen Herrn Herz Beer und an seine noch lebende Familie in Berlin , an den unvergeßlichen edlen Menschenfreund, Israel Jacobson, dem auch eine so sehr groste Zahl von Christen fast aller Stände ihr Glück durch Unterstützung und Unterricht zu verdanken hat, und welcher im Wohlthun noch bis jetzt von keinem seiner Glaubensgenossen übertroffen wurde; ferner an die rühmlich bekannten, ausgezeichnet gebildeten und höchst wohlthätigen Familien v o n A r n st e i n und von Eskeles in Wien, an den würdigen Herrn Simon Edlen von L ä mm e l aus Prag, in Wien, welcher besonders während der Cholerazeit dort den christlichen Dürftigen und Kranken täglich große Summen schickte, und an die große Zahl von Wohlthä'tern in andern Städten erinnern. Wir selbst sahen solche schöne Beispiele im elterlichen Hause täglich von unser» Eltern, die, wie Vielen bekannt, auch den christlichen MitbrüdernBeweise ihrer Milde und Nächstenliebe so herzlich gaben, wie es überhaupt bei vielen, selbst orthodoxen Juden häufig der Fall ist. So kannten wir vor ungefähr 20 Jahren in Berlin einen alten orthodoxen Israeliten, der sogar eine Synagoge in seinem Hause auf seine Kosten hielt, welcher einer dortigen christlichen Kirche, nach dem Vorbilde des reichen Juden Pinedo in Amsterdam, eine sehr bedeutende Summe von vielen Tausenden vermachte, u. A. m. Das Erwähnte verdient freilich nur als Menschenpsticht und als Befolgung der jüdischen Religionsvorschrift betrachtet zu werden; allein es zeigt doch wenigstens, daß die Juden nicht so schlecht sind, als die Gegner der Emancipation aus alten Büchern und aus Partheilichkeit so gern glauben machen wollen. D. H.