Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Heiligkeit der Ehe
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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386 Der Stand der Ehe trägt de» Keim seiner In» nigkeit und Heiligkeit schon in seiner ursprünglichen Entstehung. Das Weib wurde aus einer Rippe oder Seite des Mannes gebildet. Liegt aber in dieser Art der Schöpfung nicht schon das Vorbild, das Zeichen der innigsten Verbindung derjenigen Personen, die für einander bestimmt sind? Und worauf berur het diese innige Verbindung anders, als auf Heie lighaltung dieses Standes, als auf unverbrüchliche Treue beider verbundenen Personen? Kann wohl da eine innige Vereinigung, eine herzliche Bindung, eine Seelenharmonie statt haben, wo man die Wich» len, die man einander schuldig ist, verletzt? wo man einander listigerweise zu hintergehen sucht? wo Treulosigkeit an die Stelle der Liebe tritt? Also schon in seinem Ursprünge stellt sich der Stand der Ehe als ei» heiliger dar. Nicht minder stempelt ihn das ausdrückliche Wort Gottes zum heiligen Stande. Es lautet: ״Darum verläßt der Mann-seinen Vater und seine . Mutter und hanget seinem Weibe an, und beide werden sie Ein Fleisch." Man wird nun aber doch eingestehen müsse», daß die Anhänglichkeit an Eltern oder die Liebe zu denselben, .was nun eins ist, eine aufrich» tige, treue, unerschütterliche, folglich auch heilige Liebe sein müsse, die durch Nichts geschwächt oder noch weniger vernichtet werden dürfe. Wenn aber die Anhänglichkeit und Liebe der Ehegenossen gegen einander die Anhänglichkeit und Liebe gegen die Al» tern noch übertreffen soll, so folgt von selbst,;wie