Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Achtet auf die Zeit
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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322 feinett Lebensart, sich öfters zu zerstreuen, einen gros :■ ßen Lheil des so kurzen Lebens in den geselligen Kreis sen zujubringen, um durch den Umgang — an Bils düng zu gewinnen. Es gehört zum Geschmack und zur feinen Lebensart, Schaubühnen und ähnliche Plätze Familienweis zu besuchen - um auch die Kinds ' lei» schon in die Geheimnisse der Kunst einweihen zu lassen. — Zch überlasse es euch, ernstlich darüber nachzudenken , ob auf diesem Wege wahre menschliche Wohlfahrt zu befördern sei; ob auf diesem Wege Fas miliensinn und Familienleben aüszubilben fei; ob auf diesem Wege eure Söhne stark und eure Töchter sittig und die Väter und die Mütter an Leib und Seele gesund bleiben können. Fragt euch selbst, ob bei dieser Lebensart auf Land und Putz und Schwels gerei nicht größere Summen vergeudet werdenals zur Begründung der aüerheilsamsten Anstalten und der menschenfreundlichsten Werke nöthig wären. Nein, m« D>,Haltet ja nicht Alles für feine Bildung, was die Zeit also benennt. Prüfet , und das Beste nur behaltet! An die Stelle eitlen Gepränges rufet eins fache Sitten in eure Häuser zurück, statt an ksstspies ligrn Genüssen, lasset uns an solchen Freuden Wohls gefallen finden, die man nicht mit Gold und Schweiß erkaufen muß; lernet es einsehett, daß Wohlleben und Üppigkeit nicht die Bedingung zur Freude, noch weniger , die Bedingung zur feine» Bildung fein können. - 'Mißtrauet selbst den Gütern, welche die Zeit bringt und verheißt, und mäßigt