Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Achtet auf die Zeit
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311286--08061-2311705- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
309 sei, läßt sich leicht begreifen. Der Weife hat seine Augen im Haupte, aber der Thor wandelt in der Finsterniß, sagt der Weiseste der Menschen. Mehr als Unterricht aus Büchern und mehr als Gelehrsamkeit auf Schulen lehrt uns das Leben, wie wir leben, lehrt uns die Zeit, wie wir die Zeit zum Nutzen und Frommen gebrauchen sollen. Aber, ״die Augen im Haupte! " Wir müssen mit wachen Blicken auf die Ereignisse der Zeit mm ken, und aus denselben lernen, was wir D thun und zu lassen, zu wühlen und zu fliehen, welche Kräfte wir üben und welche Wege wir einschlagen sollen. Nur auf diesem Wege erlangt unser Urtheil die gehörige Schärfe, unser Verstand die gehörige Höhe, unsre Einsicht die gehörige Tiefe — wir wans ken und zweifeln nicht mehr; der beobachtende Blick Hat vortheilhaft auf unfern Charakter eingewirkt und unsre Entschließungen und Handlungen auf die Zeitgeschichte gegründet, von der Zeitgeschichte abgeleitet, zeugen pon Weisheit, die da verwandt ist der Frömmigkeit. Aber zeugen auch von Frömmigkeit selbst! Nicht auf die Zeit achten, ist der Frömmigkeit durchaus entgegen, das lehren uns alle unsre Propheten in unzähligen Stellen. Am sprechendsten sind die Worte Jeremias: ״Der Storch in den Lüften kennt seine Zeit, die Turteltaube, die Schwalbe und der Kranich wissen genau die Zeit des Wiede rkom me ns — aber mein Volk will nicht kennen Hie Anordnung des