Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Musik der Hebräer
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 6)
- Language
- German
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291 Tonkunst aufs menschliche Herz hat. Bei fröhlich Wählern, bei Ärntefesten, waren auch in Jerusalem erheiternde Lieber, mögen sie noch so einfach gewesen sein. ״Wie ein Rubin in seinem Golde leuchtet, also ziert ein Gesang das Mahl; wie ein Smaragd in seinem Golde stehet, also zieren die Lieder beim guten Wein." Sirach Cap. 32, 7 — 9. — Mehrere äh ns ltche Stellen finden sich bald tadelnd, bald erzählend in den Propheten. Bei solchem Gesänge mögen ihre Saiteninstrumente, ihre Pfeifen, wie sie Luther übers setzt, doch mindestens sanfter eingestimmt haben, als jene Paüken und Hörner. Etwas Näheres wissen wir aber durchaus nicht davon. Der Psalter scheint das künstlichste Instrument gewesen zu sein. *) Es werden ihm doch zehn Saiten beigelegt, und mag man sich nun die Verbindung zu einem Tonstiick das bei denken, wie man will, so setzt es doch Gewandt» heit des Spielers und ein Verhältniß von Tönen *) Ob das im Talmud, Traktat Tamid, Abschnitt 3, Mischna 8, erwähnte, im Tempel zu Jerusalem besindlich gewesene bedeutende Instrument, welchesman in gar sehr weiter Entfernung gehört Habe , etwa eine Orgel, oder wohl gar ein aus vielen und großen Glockcn bestandenes Werk gewesen, ist , unentschieden. Maimonides ist, wie sich anderweitig ergiebt, iibrigens weder der einen noch der andern Meinung. Da mehrere Talmuhisten, die doch überhaupt jener Zeit näher gestanden, den zweiten Tempel selbst kannten, so kann man allerdings ihre Angabe , daß nämlich ein äußerst starktönendes Instrument vorhanden gewesen sei, um so wehr als richtig annehmen. — D. H.