Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Paradies
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Bereiche der geistigen Freiheit. Dieser ihm eiligepflanzte, aber noch nicht zum Ausbruch gekommene Zwiespalt seines physischen und geistigen Wesens ist die Bedeutung des Paradieses; hier steht der Baum des leiblichen, natürlichen und׳ darum zufriedenen Lebens dicht neben dem Baume der geistigen, Uns ruhe und Tod erzeugenden Er kennt» iß. Das Paradies, sagt Kapp sehr schön, ist keineswegs ein bloßer Thiergarten, sondern als solcher unendlich mehr, nämlich die reele Möglichkeit, ihn zu verlassen. Das Verbot, vom Baume der Erkentttniß zu essen, hat den Sinn, die Übertretung nur desto reizender zu machen. Die Schlange verführt den Menschen,; indem sie ihn von außen zu ihm selbst, aus der zerstreueten Natur zu der Einfachheit seines Innern führt. Sie ist kein außerhalb des Menschen stehender teuflischer Verstand, sondern die unausbleibliche Bewegung des menschlichen Geistes, wodurch er in sich selbst niedergeht, um sich als Ich zu fassen, d. h. sich von dem allgemeinen, trägen, selbstgenüglichen Naturleben trennt, sich seiner als eines Besonderen und Persönlichen bewußt wird, und damit zugleich allem Nicht - Ich, der Welt und der Gottheit, sich mehr oder minder feindlich gegenüberstellt. Mit dieser ersten Bewegung des Geistes, mit dem Verluste des Paradieses beginnt die Weltgeschichte. —