Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Israelitischen Bewohner Berlins
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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163 , angehender Handwerker zu stiften. Das Gedeihen dieses Beginnens zeigt sich in überraschenden Resultaten, und schon jetzt arbeiten gegen 50 jüdische Meister als Schuhmacher, Schneider, Hutmacher, Färber, Tischler, Glaser, Schmiede, Klempner u. s. w. in sehr besuchten Werkstätten, und über 120 sind als Gesellen und Lehrlinge beschäftigt. Als Künstler findet man tüchtige Maler, Kupferstecher, Mechaniker u. a. m., und in den Wissenschaften wirken anerkannte Männer als Ärzte , Gelehrte und Schulmänner, ja selbst in die städtische Schuldeputation ist ein jüdisches Mitglied ausgenommen. — Der Religionszustand der jüdischen Gemeinde in Berlin hat viel Schwankendes, und abgesehen von denen, welche gar keine positive Religion anerkennen wollen, giebt es doch Viele, die den bestehenden Mißbräuchen entgcgenarbeiten und einen bessern Zustand vorzubereiten streben. Jndeß sind die Versuche zur Gründung neuer gottesdienstlicher Einrichtungen noch nicht zu einem - günstigen Resultate gelangt, Haben aber die Saat zu den besseren Anordnungen der Synagogen in Leipzig, Hamburg, Wien und Paris ausgestreut. Es ist hier in der That der passendste Ort, auf die milden Regieruygsgrundsätze in Behandlung der Juden und vorzüglich darauf aufmerksam zu machest, wie in Berlin und durch den ganzen Staat von oben herab die größte Toleranz in Religionsmeinungen beobachtet wird. Keiner ist in Bezug au^seine individuelle Ansicht irgend einem Zwange unterworfrn, und wenn sich irgendwo eine edle Gedanken-