Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Religiös-moralische Reden
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
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״Drei Worte nannte ich Euch inhaltschwer:" Treue, Gesetzlichkeit und Eintracht, ״sie pflanzet von Munde zu Munde!". Es sind die .unentbehrlichen Stützen des größten Staats, so wie des kleinsten Dereins! wanken diese Pfeiler, so ist vergeblich aller Künstler Mühe! Vergeblich wachet ihr früh und sitzet spät,*) ihr zur Verwaltung Berufene! wenn euer Eifer nicht alle insgesammt erfaßt, daß sie in Treue einstimmen und euer Werk mit Liebe anerkennen, wenn sie nicht gleich, den Gliedern einer Kette innig zusame men hangen und wahre Eintracht sie beseelt! Denn wenn Jeder das Ganze nach seinem Dünkel zu modeln wünscht, der Eine diese Einrichtung für unpassend hä'lt, der Andere spricht, ״ dieses oder jenes Gesetz Hütte nicht bestimmt werden sollen" und wie es ähns ltche egoistische Redensarten giebt, da kann keine Gemeinschaft bestehen, zur Gunst und zum Wohlgtt deihen in Gottes und der Menschen Augen» Darum wurde auch einst in diesen vcrhängnißvollen Lagen**) unser ehemaliges Heiligthum zerstört und der israelitische Staat aufgelöst; jene drei Schlußsteine wollten nicht mehr festhalten. Es gebrach an Treue, Gesetzlichkeit nahm ab, man wähnte Eintracht, es war aber keine. Sehet/ meine Werthen! auch unser Text, zu dem wir nun zurückkehren , will nichts anderes, als *) Ps. 1,27, 2. **) Gegenwärtige Rede wurde in den nächsten Wochen vor dem Hedächtnißtage der Zerstörung Jerusalems gehalten.