Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Verhältnisse der Israeliten im Großherzogthum Oldenburg
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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und ihn auf Betrachtungen über dasselbe zu führen; muß das Eintreten in ein neues/ unbekanntes/ verhülltcs Leben den Menschen in den Tiefen feiner Brust bewegen: wie ergreifend erst der Eintritt in die Laufbahn/ welche mich mit euch/ meine Lieben/ in ein so inniges und heiliges Verhältniß setzt? Denn berufen bin ich durch die Gnade dessen/ der uns so eben schmerzlich entrissen/ um in den Gefilden des Friedens einzuerndten seiner Tugenden Lohn; berufen von ihm/ dem Hochseligen / *) anzubauen den Weinberg Gottes/ der in Israel öde und offen liegt/ nicht umgraben, nicht uinzäunt; berufen Lin ich von euch/ meine Lieben/ den Weg des Herrn zu bahnen/ welchen ihr und eure Kinder wandeln sollt; berufen/ das geistige Wohl meiner Glaubensgenossen innerhalb der Grenzen dieses Landes zu fördern. Werde ich aber jene hohen Absichten erreichen/ euren Erwart tungcn allen entsprechen? Wird es mir nicht an Kraft / Vermögen und Einsicht fehlen? So viele Herzen und in jedem Herzen so viele Wünsche/ so mannichfache Sinnesarten/ so verschiedene/ oft einander entgegengesetzte Denkweisen: Wie allen genüt gen; wie alle Hoffnungen erfüllen? Muß diese Sorge nicht in einer beängstigenden Gestali mir vor die Seele treten? Muß mir nicht bange sein beim Eintritt in einen so heiligen Wirkungskreis? Za/ ich gestehe/ cs ist mir bange; aber ich verzage nicht. Mit einem *) Sr. Herzog!. Durch!.} dem Herrn Herzoge von Oldenbürg. D. H.