Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310636--07611-2311146- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
401 Ihre Anzahl? Wie unendlich groß. Zahl'ich? Ihrer sind mehr als des Sandes. Ich endige und bleibe noch bei dir. Das ists, was wir in schwacher menschlicher Weise auszudrücken vermögen von dem, den kein Raum, keine Zeit, kein Wort fassen kann. Von aller unserer Erkenntniß des Höchsten, unendlich schwach gegen sein wirkliches Sein, von welchem der gottbegeisterte Sänger singt: ״so zittert und sündigt nicht, überlegt's im Herzen auf Eurer Lagerstätte und schweigt bewundernd." Aber wie unvollkommen das Wort sei, die Erkenntniß, das Gefühl von Gott ist es, welches dem Leben erst seinen Werth, der Freude die Weihe giebt, dem Leiden seinen Stachel raubt und dem Tode seine Bitterkeit. Denn an diese beseligende Überzeugung knüpft sich eng die von der hohen Bestimmung, für welche er seine liebcn Menschen aufbewahrt, welche er hienieden nur in die Wanderschaft geschickt, damit sie dereinst zu ihrem liebevollen 'Vater zurückkehren, siebenfach geprüft und geläutert, wie das Gold im Tiegel. Das ist des Glaubens zweiter Ankergrund, sprecht ihn aus, wie ihr ihn fühlt und bekennt.. Erklärung der Konfirmanden. Ich glaube von ganzem Herzen und mit der festesten Überzeugung, an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, an das Ausleben der Todten. So heißt es auch im Prediger Salomonis: Der Staub kehrt zum Staube zurück, was er gewesen und der Geist zu Gott, der ihn gegeben; und in den Prophezeihungen des Jesaias: Ja, sie leben auf, deine Todten, erheben sich, die im Staube ruhen. In den Sprüchen der Väter wird gelehrt: die Lebenden sind dem