Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der fromme Mann
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn harte Noch und tiefer Gram Den Muth mir lähmt und mich erschreckt? Und rasch eilt sie zum Nachbar hin, Entlehnt Bekleidung für den Mann, Und er — er tritt mit frommen Sinn Vertrauungsvoll die Reise an. Ihm folgt der armen Kinder Flehn: ״D, möcht'' fruchtlos der Weg nicht sein!" Und kaum beginnt er nur zu gehn, Da findet sich ein Engel ein, ״ ■ ,׳ Der freundlich sich in' Weg ihm stellt. — Dir glückt es heut', was du beginnst, Spricht er: befiehl, was dir gefällt; Denn ich bin hier zu deinem Dienst! Und stracks rief er: wer wünscht den Kauf Hier eines Knechts von hohem Werth? Und lächelt ob des Schicksals Lauf, Daß hier der Herr dem Sklav' gehört. Doch Einsicht siegt ob diesem Hohn, Er hängt dem. Biedern treulich an, Der ihn sofort für hohen Lohn Verkauft an einen reichen Mann. — Der sprach zu ihm: wenn du vermagst Zu leiten hier geschickt und treu Den Bau des Schlosses, und es wagst, Ihn zu vollsühren, bist du frei. Gehorchend nun Gebieters Macht, Schickt sich der Sklav zur Arbeit an, Und fleht in banger Mitternacht Zu Gott um Beistand für den Plan.