Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der fromme Mann
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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357 Der fromme M a n tu Legende. Es ward einmal ein frommer Mann Sehr hart gebeugt vom Mißgeschick, . Und ob auch er auf Rettung sann, Hielt doch im Haus' ihn Schaam zurück. Einst sprach zu ihm sein wack'res Weib, Das ihm der Kinder fünf gebahr, Was bleibt nunmehr, bei nacktem Leib,; Zu schützen uns noch vor Gefahr? Zum Unterhalt gebricht das Brot, Zur Kleidung fehlt uns das Gewand, Was frommt dir jetzt in bitt'rer Noch Gelehrsamkeit mit leerer Hand? — D'rum rüste dich mit Mannesmuth Und zeuch' hinaus ins Weltgewühl, Ob sich nicht bricht des Schicksals Wuth Und Gott nun ende s'Leidens Ziel; Denn wer ihm sein Geschick empfahl, Deß Wunsch ward stets gekrönt durch That. — Was du mir rächst, sprach ihr Gemahl, Ist weise wohl; doch schmerzt dein Rath. Kann ich erscheinen ohne Schaam, Wenn keine Hülle mich bedeckt, > *) Diese Legende wird Sonnabends Abend, beim Beginn der Wochentage und Anfänge der Geschäfte,, gleichsam zu Ermnthigung zu denselben, von manchen Israeliten in hebräischer Sprache gesungem