Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Etwas über die Verhältnisse der Israeliten im Königreiche Westphalen
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 4)
- Language
- German
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347 den Handwerken, zwei dem Lehrfachs bestimmte, und Einen an dem Köm'gl. Gymnasium zu Ellwangen zum Studium vorberciten läßt,*) so wie er seine einzige Tochter mit einem Handwerker verehelichte. In Taufstetten, einem Orte des Oberamts Crailsheim, leben einige sehr arme Israelitische Familien, die, nicht im Stande ihren Kindern einen Lehrer zu halten, genöthigt sind, diese bloß in die christliche Schule zu, schicken, ohne daß sie ihnen selbst den Israelitischen Religionsunterricht ertheilen lassen können. Das Hebräisch-Lesen lehren, nothdürstig, die Väter ihren Kindern; aber desto schmerzlicher müssen diese Kinder den Religionsunterricht entbehren. Der dasige Pfarr-Verweser, Herr Zimmerle — der so eben nach Röhlingen, Oberamts Ellwangen, befördert wurde — kaufte daher, auf eigene Kosten, Katechismen für die Israelitische Jugend und ertheilte derselben täglich Religionsunterricht, und das so gewissenhaft, als wäre er ein angestellter Rabbiner. Gewiß ein seltener Zug, gewiß ein seltener Umstand, daß Israeliten Unterricht in ihrer Religion auf eine solche, und zwar so gewissenhafte Weise, bekommen! — *) ״ Wieder ein Beispiel, daß nicht (immer) die Rabbinen cs sind, die der Eivilisation der Israeliten entgegen stehen." ׳ -