Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Schreiben aus Wien, die dortigen Erziehungs- und Industrie-Anstalten der israeliten betreffend
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310621--07525-2311082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
״Bei der Herbst - Semestralprüfung, die unlängst in der hiesigen Israelitischen Religionsschule Statt fand, legten die unteren Klassen viel Fertigkeit in der Wersetzung der gewöhnlichen Gebete an den Tag; auch in der Neligionsgcschichte und dem Erklären des Pentateuchs geigte sich ein erfreulicher Fortgang. Die oberste Klasse aber mußte auch den Strengsten zufrieden stellen, indem die Geläufigkeit, mit welcher die Schüler für jedes Moralprinzip die passendsten, oft sehr langen Bibelstellen anzuführen wußten, dis Sagacität der Urth eile bei den Kreuzfragen und die unverstellte Lebendigkeit des religiösen Gefühls, gewiß sehr erfreuend waren. Besonders gefiel es mir, daß die Schüler nicht allein in der Lehre der positiven Religion gut bewandert waren, sondern auch in dem allgemeinen Glaubensbuch der Natur mit Andacht und Nachdenken gelesen hatten, und von her wundcrbaren Vatergüte Gottes in den verschiedenen Natur» erscheinungen recht viel zu erzählen wüßten." ״ Die Anzahl der Israeliten, welche ihre Söhne bei christlichen Meistern in die Lehre zu bringen suchen, ist nichts weniger als gering; besonders scheinen es die ungarischen Israeliten einzusehen, wie eine solche Berufsart ihnen zur großem Ehre, und ungeachtet ihrer ebenfalls sehr beschränkten Gewerbsrechte, selbst zu größerm Wortheil, als das unselige Schachern, gereicht. Demnach findet man jüdische Gesellen und Lehrlinge bei Schuhmachcrn, Schneidern, Tischlern, Nhrmachern, Färbern, Gold - und Stahlarbeitern, Lederzurichtern u. ss. w." Vil. Jahrg. t. Band. 24