Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 14)
- Language
- German
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329 Euer besseres Ich sich schämen müßte. Schön belehren uns hierüber die Lehrer des Gesetzes: ״was sich vor Andern-nicht ziemt, das ziemt sich noch minder in beincr Gegenwart selbst." So werde denn ferner ausgesprachen, was, vom Standpunkt der Tugend und Meligion aus betrachtet, die Grundlage ist unserer Pflichten gegen unsere Nebenmenschen. Erklärung der Konfirmanden. : Der Inbegriff unserer Pflichten gegen unsere Mitmensehen ist in den Worten unserer heiligen Schrift enthalten d ״ Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Dieses Gebot schreibt uns vor: 1) Immer so zu handeln, wie wir wünschen, daß Andere gegen uns handeln möchten, wenn wir an ihrer und sie an unserer Stelle wären. 2) Unseren Nebenmenschen nicht nur nichts' Böses zu thun, ihnen nicht nur so viel Gutes zu erzeigen, als wir vermögen, sondern sie auch herzlich zu lieben, nie zu vergcssen, daß sie dieselben Ansprüche auf Glückseligkeit haben, als wir, daß wir alle "denselben himmlischen Väter haben, her uns geschaffen, und selbst auf Erden von einem und, demselben Menschenpaare abstammen. So ermahnt uns der, Prophet: ״Siehe, alle haben einen Vater wir, ״ Ein Gott schuf uns alle, ״Und Bruder sollte treulos handeln gegen Bruder? So heißt es auch an einer andern Stelle: ״Kennst du die Pflichten, die des Menschen würdig ״Und die allein der Ewige liebt? ' ״ Gerechtigkeit üben, Gnade lieben, ״Im Stillen Gottverehrer sein. Gö sagt auch Hilcl, ein weiser Lehrer des Gesetzes:.