Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 13)
- Language
- German
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328 die den Frevler trifft. Denn 'du hast dein Vertrauen auf Gott, den Höchsten, meine Zuversicht. Dir kann kein Unglück widerfahren und keine Noch sich deiner Hütte nahen, denn er befiehlt den Himmlischen, auf allen Wegen dich zu schützen. Sie müssen dich auf Händen tragen , daß den nen Fuß kein Stein verletze. Du wirst auf Leopard und Otter treten,, zerdrücken Löwenbrut und Drachen. Denn er begehrt mein, drum rett' .ich ihn. Ich heb' ihn hoch empor, denn er erkennet mich. Er ruft mich an, ich höre, ׳hin in׳ der Noth bei ihm. Entreiß' ihn der Gefahr und setz' ihn hoch in Ehren, Des langen Lebens satt, soll er mein Heil erblicken. So lautet die Verkündigung und wir freuen uns ihrer, die uns den festen Punkt giebt, von welchem zugleich die Grundsätze und die Beruhigung des Gerechten ausgeht. Und in der That ist schon das einer der höchsten Vorzüge des Menschen, daß er Pflichten gegen sich selber hat, Pflichten gegen sich selbst erkennen kann. ׳ Denn das ist eben sein Hcraustreten aus der Thierheit, daß er sich selbst zum Gegenstand seiner eigenen Betrachtung machen kann, daß er sich selber achten muß, und somit einsieht, die schwache, sterbliche, thierische HWe habe Pflichten gegen den ewigen, unvergänzlichen Geist in ihm, den sie gleichsam nur beherbergt, und der gen Himmel eilt, wenn das Thier, in die Erde sinkt. Seht da den großen Sinn des heiligen Wortes: ״und Gott schuf den Menschenstaub aus der Erde, und hauchte ihm des wahren Lebens Odem ein, und also ward der Mensch ein beseeltes Thier." Vergeßt das in keiner Lage des Lebens, lernt den Geist in Euch selber achten,׳ und begeht nie eine Handlung, deren